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    Nachfolge in Zahlen: Statistik zur Unternehmensnachfolge in Deutschland

    IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

    Titelbild zum Beitrag: Nachfolge in Zahlen: Statistik zur Unternehmensnachfolge in Deutschland

    Wie viele Inhaber in Deutschland übergeben, wie viele schließen — und warum KfW und IfM Bonn so unterschiedliche Zahlen nennen. Die Statistik zur Unternehmensnachfolge mit Quelle und Stand.

    Nach dem KfW Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 (Januar 2026) wollen bis Ende 2029 rund 545.000 mittelständische Inhaber ihr Unternehmen übergeben, etwa 109.000 pro Jahr; rund 569.000 planen im selben Zeitraum die Stilllegung. Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn schätzt dagegen rund 186.000 übergabereife Unternehmen für 2026 bis 2030. Beide Zahlen sind richtig, messen aber Verschiedenes — dazu unten mehr.

    Wie wir Inhaber bei der Übergabe begleiten, beschreibt Unternehmensnachfolge: Beratung für Inhaber; die gebündelte Übersicht für den Markt steht unter Unternehmensnachfolge Deutschland.

    Die wichtigsten Zahlen im Überblick

    KennzahlWertQuelle, Stand
    Mittelständische Unternehmen in der KfW-Betrachtung3,87 Mio.KfW Nachfolge-Monitoring, Jan. 2026
    Geplante Übergaben bis Ende 2029rund 545.000 (etwa 109.000 pro Jahr)KfW, Jan. 2026
    Geplante Stilllegungen bis Ende 2029rund 569.000 (etwa 114.000 pro Jahr)KfW, Jan. 2026
    Nachfolgeplanende Unternehmen mit gefundenem Nachfolger (Basis: Unternehmen mit geplanter Nachfolge)26 % (14 % Verhandlungen abgeschlossen, 12 % in Verhandlung)KfW, Jan. 2026
    Inhaber ab 55 Jahren57 %KfW, Jan. 2026
    Übergabereife Unternehmen 2026 bis 2030rund 186.000IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37 (2025)
    Durchschnittliche Preisvorstellung der Übergeberrund 499.000 Euro (Median 375.000 Euro), 34 % über 2019, preisbereinigt rund 9,5 %KfW, Jan. 2026

    Die Preisvorstellung ist eine Befragungszahl, kein Marktpreis und kein Hinweis auf den Wert eines einzelnen Unternehmens.

    Warum nennen KfW und IfM Bonn so unterschiedliche Zahlen?

    Weil die Fragen verschieden sind. Das KfW-Monitoring fragt Inhaber nach ihren Plänen; die Grundgesamtheit sind 3,87 Mio. mittelständische Unternehmen. Das IfM Bonn schätzt nach einem eigenen, seit Mitte der 1990er-Jahre genutzten Verfahren, wie viele Unternehmen zur Übergabe anstehen; denn eine verlässliche amtliche Statistik zur Unternehmensnachfolge gibt es nicht. Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, sollte deshalb nicht von einem Widerspruch sprechen, sondern von Absicht (KfW) und Schätzung des Übergabebedarfs (IfM).

    Aus der IfM-Studie lässt sich zusätzlich ablesen: Die Zahl der Übergaben stagniert, obwohl die Inhaber älter werden. Das Institut führt das auf die schwächere wirtschaftliche Lage der Unternehmen zurück, die eine Übernahme weniger attraktiv macht. Die meisten Übergaben entfallen auf unternehmensbezogene Dienstleistungen und auf Unternehmen mit 500.000 bis 1 Mio. Euro Jahresumsatz. Gemessen am Bestand werden in Niedersachsen die meisten Übergaben erwartet.

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    Warum planen so viele Inhaber die Stilllegung?

    Die KfW nennt drei häufige Gründe für geplante Stilllegungen: das Erreichen des Rentenalters (52 %), fehlendes Interesse in der Familie (47 %) und den bürokratischen Aufwand (42 %). Hängt ein Betrieb stark am Inhaber, ist er für Dritte schwer übernehmbar, und die Stilllegung wirkt wie die einfachere Lösung (Einschätzung von IGCP, nicht Teil der KfW-Auswertung).

    Ob Stilllegung oder Verkauf wirtschaftlicher ist, hängt vom Einzelfall ab. Eine Entscheidungshilfe bietet Betriebsaufgabe oder Verkauf?. Übergabefähigkeit lässt sich herstellen, braucht aber Vorlauf: Nachfolge vorbereiten.

    Welche Wege der Nachfolge planen die Inhaber?

    Bei den übergabewilligen Inhabern (Mehrfachnennungen möglich) nennt die KfW:

    WegAnteil der Nennungen
    Familienangehörige55 %
    Externer Verkauf42 %
    Mitarbeiter (EBO)28 %
    Miteigentümer (MBO)24 %

    Das IfM Bonn kommt in einer Auswertung von Studien der letzten 40 Jahre für Familienunternehmen auf gut die Hälfte familieninterne Übergaben, rund 17 % an Beschäftigte und rund 29 % an Externe; in den letzten 15 Jahren hat die familieninterne Nachfolge leicht an Bedeutung verloren. Wo die Familie nicht übernimmt, wächst die Bedeutung eines geordneten Verkaufsprozesses. Die Optionen im Überblick: Nachfolgelösungen; gezielte Suche: Nachfolger finden.

    Wie lange dauert die Nachfolge?

    Der DIHK empfiehlt, spätestens drei Jahre vor der Übergabe mit der Nachfolgersuche zu beginnen (zitiert im KfW-Monitoring). Ein Unternehmensverkauf selbst dauert nach Einschätzung von IGCP typischerweise 3 bis 12 Monate, die Vorbereitung eingerechnet (Praxiseinschätzung, keine Statistik, keine Garantie). Strukturelle Vorbereitung, etwa der Abbau der Inhaberabhängigkeit, braucht oft ein bis zwei Geschäftsjahre, bis sie in den Zahlen sichtbar wird.

    Was heißt das für Inhaber konkret?

    Drei Konsequenzen. Erstens: Laut KfW haben erst 26 % der Unternehmen mit geplanter Nachfolge einen Nachfolger gefunden (14 % Verhandlungen abgeschlossen, 12 % in Verhandlung); Vorbereitung ist der Unterschied zwischen Wunsch und Übergabe. Zweitens: Die Preisvorstellungen sind gestiegen, über die Zahlungsbereitschaft von Käufern sagt das nichts. Eine belastbare Grundlage liefert eine Bewertung nach anerkannten Methoden; eine erste Orientierung gibt der Unternehmenswert-Rechner. Drittens: Der Käuferkreis ist größer als die Region, siehe ausländische Käufer.

    Für Österreich gelten eigene Zahlen und Besonderheiten: Unternehmensnachfolge Österreich. Die steuerliche Seite der deutschen Übergabe behandelt Verschonungsregelung; den M&A-Markt insgesamt ordnet M&A-Markt Deutschland 2027 ein. Eine Branche mit besonders hohem Übergabedruck ist die Pflege: Pflegedienst und Gesundheitsbetrieb verkaufen.

    Häufige Fragen

    Wie viele Unternehmen werden in Deutschland pro Jahr übergeben?

    Je nach Quelle rund 37.000 pro Jahr (IfM Bonn: 186.000 übergabereife Unternehmen in fünf Jahren, rechnerisch durch fünf geteilt) oder rund 109.000 pro Jahr (KfW: Absicht der Inhaber bis 2029). Eine amtliche Zahl gibt es nicht.

    Findet wirklich jedes vierte Unternehmen keinen Nachfolger?

    Nein, so lässt sich die Zahl nicht lesen. Die KfW meldet, dass 25 % der Inhaber 2025 eine Stilllegung planen, teils mangels Nachfolger, teils bewusst aus Altersgründen. Sie ist ein Warnsignal, kein Schicksal: Betriebe, die übergabefähig sind und früh in einen strukturierten Prozess gehen, finden in aller Regel Interessenten.

    Lohnt sich die Übergabe eines kleinen Betriebs überhaupt?

    Oft ja, wenn der Betrieb ohne den Inhaber funktioniert und die Erwartungen realistisch sind. Die Stilllegung vernichtet Kundenstamm und Arbeitsplätze ohne Ersatz. Zahlen und Verfahren prüfen wir gern gemeinsam.

    Die beste Nachfolge beginnt Jahre vor dem Closing. Sprechen Sie früh und vertraulich mit IGCP Capital Partners GmbH, unabhängig, diskret, auf Augenhöhe. → igcp.at

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