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    M&A-Markt Deutschland 2027: Was Studien und Prognosen für Verkäufer zeigen

    IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am

    Es gibt keine veröffentlichte Prognose der Dealzahl für 2027 — aber belegte Zahlen für 2026, Modelle bis 2028 und klare Signale zu Zinsen und Finanzierung. Quellen mit Datum, sauber getrennt von unserer eigenen Einschätzung.

    Für 2027 gibt es nach heutigem Stand (07.10.2026) keine veröffentlichte, belastbar zitierbare Prognose der M&A-Dealzahl in Deutschland. Die vorliegenden Studien zeigen einen aktiven, aber selektiven Markt: Die Dealzahl stieg im ersten Halbjahr 2026 deutlich, zugleich verschlechtern höhere Zinsen und eine schwache Konjunktur die Rahmenbedingungen. Diese Seite fasst benannte, datierte Quellen zusammen und trennt sie von der eigenen Einschätzung von IGCP Capital Partners. Sie ersetzt keine Beratung und ist keine Empfehlung, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen.

    Wer ein Unternehmen verkaufen möchte, braucht deshalb keine Prognose, sondern eine ehrliche Ausgangslage: Zahlen für 2027 gibt es als Modellrechnung und Stimmungsbild, nicht als Gewissheit. Wie ein Verkauf Schritt für Schritt abläuft, beschreibt Unternehmen verkaufen; welche Entscheidungen Sie als Inhaber selbst treffen, ordnet der Praxisleitfaden Unternehmensverkauf ein.

    Wie entwickelt sich der M&A-Markt in Deutschland 2027?

    Eine veröffentlichte Prognose der Dealzahl für Deutschland im Jahr 2027 haben wir bei unserer Recherche (Stand 07.10.2026) nicht gefunden; belegt sind Halbjahreszahlen für 2026, Modellrechnungen bis 2028 und Stimmungsindikatoren. Die Zeithorizonte der Quellen enden meist früher: Der Marktbericht von Oaklins Germany blickt auf das Gesamtjahr 2026, Roland Berger auf den Rest von 2026, das Modell von KPMG und Oxford Economics reicht bis 2028. Jede Zahl für 2027 wäre damit eine Extrapolation. Das ist zulässig, solange sie als eigene Annahme gekennzeichnet ist.

    QuelleStandZeitraumKernaussage
    Oaklins Germany, M&A-Marktbericht H1 202623.07.20261. Halbjahr 2026 (bis 24.06.), Erwartung Gesamtjahr1.490 Transaktionen mit deutscher Beteiligung, +15,0 % gegenüber H1 2025 (1.296); Inbound 536 (+38,5 %); Oaklins erwartet für 2026 mehr Transaktionen als 2025
    KPMG, M&A Outlook 202608.12.20252026, Modell bis 2028Befragung von 200 Entscheidern: 42 % erwarten 2026 mehr M&A-Aktivität; Modell mit Oxford Economics: 2.853 Deals bis 2028 (+45 % gegenüber 2025), Volumen 131,8 Mrd. USD (+15 %)
    Roland Berger, Private Equity DACH, State of the region H1 2026Juli 20261. Halbjahr 2026204 PE-Transaktionen in DACH, −15 % gegenüber H1 2025; der Rest von 2026 gilt als „herausfordernd“ auf aggregierter Ebene
    KfW Research / BVK, German Private Equity Barometer Q2 202630.07.2026Stimmung im 2. Quartal 2026Geschäftsklima −32,2 (−17,4 Punkte gegenüber Q1); Investitionsbereitschaft +23,3
    KPMG, Pulse of Private Equity Q2’2620.08.20261. Halbjahr 2026, Ausblick 2. HalbjahrDeutschland: 88,6 Mrd. USD PE-Investitionsvolumen (rollierend, zwölf Monate); Exit-Markt bleibt selektiv

    Quellen: siehe Quellenverzeichnis am Ende, alle abgerufen am 07.10.2026. Die Zahlen sind nicht untereinander vergleichbar: Region, Zählweise und Zeitraum unterscheiden sich.

    Wie Sie die Tabelle lesen: Oaklins zählt veröffentlichte Transaktionen mit deutscher Beteiligung, bei denen mindestens 20 % der Anteile übergehen (Datenbasis Mergermarket, Majunke und S&P Capital IQ). Roland Berger betrachtet ausschließlich Private-Equity-Transaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die KPMG-Befragung bildet Erwartungen ab, kein Ergebnis. Das KPMG-Modell entstand im Dezember 2025, also vor den Zinserhöhungen der EZB im Jahr 2026.

    Welche Rahmendaten gelten für 2027?

    Die Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute vom 24.09.2026 erwartet für Deutschland 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 %, eine Inflationsrate von 3,2 % und eine Arbeitslosenquote von 6,2 %. Für 2028 sinkt das erwartete Wachstum auf 0,4 %.

    Größe202620272028
    Bruttoinlandsprodukt, Veränderung+1,3 %+1,1 %+0,4 %
    Inflationsrate2,8 %3,2 %2,0 %
    Arbeitslosenquote6,4 %6,2 %5,8 %

    Quelle: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2026, veröffentlicht am 24.09.2026, abgerufen am 07.10.2026. Prognosen der Institute, keine Ist-Werte.

    Für Käufer und Verkäufer zählt vor allem die Finanzierung. Die EZB hat den Einlagensatz zuletzt auf 2,50 % angehoben (wirksam seit 16.09.2026; zuvor 2,25 % seit 17.06.2026 und 2,00 % seit 11.06.2025). Die Institute der Gemeinschaftsdiagnose erwarten im Dezember 2026 eine weitere Anhebung auf 2,75 %; für das Jahresende 2027 unterstellen sie einen Einlagensatz von rund 2,8 %. Zugleich bleibt die private Investitionstätigkeit nach ihrer Einschätzung 2027 schwach, und die Finanzierungsbedingungen haben sich „etwas verschlechtert“. Das Staatsdefizit steigt von 4,1 % (2026) auf 4,7 % (2028).

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    Was spricht für mehr, was gegen weniger Aktivität?

    Für eine anhaltende Aktivität sprechen vorhandenes Kapital, ausländische Käufer und eine große Zahl übergabewilliger Inhaber; dagegen sprechen steigende Zinsen, schwache Investitionen und geopolitische Risiken. Die Quellen nennen im Einzelnen:

    Eher stützend

    • Rückkehr grenzüberschreitender Käufer. Laut Oaklins stiegen Inbound-Transaktionen im ersten Halbjahr 2026 um 38,5 % auf 536; ihr Anteil lag bei 36,0 % aller Transaktionen.
    • Vorhandenes Kapital. Roland Berger beziffert das nicht investierte Kapital von Private-Equity-Fonds in DACH Ende 2025 auf mehr als 30 Mrd. EUR. Die Investitionsbereitschaft liegt im KfW/BVK-Barometer mit +23,3 knapp unter ihrem Rekordwert.
    • Übergabewelle. Nach KfW Research planen rund 545.000 Mittelständler bis Ende 2029 eine Übergabe, etwa 109.000 pro Jahr. KPMG nennt für die kommenden zehn Jahre rund 260 bis 295 größere Unternehmen (EBITDA ab 10 Mio. EUR), die eine externe Nachfolgelösung prüfen könnten.
    • Neue Anlässe. Oaklins verweist auf KI-Infrastruktur, Defense und Distressed M&A; 2025 gab es rund 24.000 Unternehmensinsolvenzen.

    Eher bremsend

    • Zinsen und Finanzierung. Das KfW/BVK-Barometer bewertet die Finanzierungsbedingungen mit −44,2 und das Zinsklima mit −38,2. Oaklins hält die Richtungsänderung der Zinsen für wichtiger als das absolute Niveau: Die Finanzierung von Übernahmen durch Finanzinvestoren verschlechtere sich und erhöhe die Bewertungsdisziplin.
    • Konjunktur. Das erwartete Wachstum 2027 von 1,1 % und 2028 von 0,4 % ist niedrig; private Investitionen bleiben schwach.
    • Geopolitik und Energiepreise. In der KPMG-Befragung nennen 74 % der Unternehmen geopolitische Risiken als Bremsfaktor; Oaklins führt zudem den Irankonflikt und erhöhte Energiepreise an.
    • Private Equity in DACH. Die Zahl der PE-Transaktionen fiel im ersten Halbjahr 2026 auf 204 (−15 %).

    Ein Befund relativiert den Optimismus der Halbjahreszahl: Der Zuwachs der Transaktionen lag bei Oaklins im ersten Quartal bei +20,9 %, im zweiten nur noch bei +7,8 %. Oaklins selbst nennt das erste Halbjahr „keinen Wendepunkt, sondern eine Phase selektiver Aktivität“: Qualitativ starke Unternehmen blieben handelbar, zyklische, energieintensive oder exportabhängige Geschäftsmodelle würden kritischer bewertet.

    Was bedeutet das für Verkäufer?

    Aus den Quellen folgt kein Signal für den richtigen Kalendertag, sondern ein Qualitätssignal: Planbare, gut dokumentierte Unternehmen bleiben handelbar, bei schwächeren Geschäftsmodellen schauen Käufer genauer hin. Drei Punkte sind für Inhaber praktisch.

    Preisvorstellung und Marktpreis klaffen oft auseinander. Laut DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 fordern 36 % der beratenen Inhaber einen überhöhten Preis. KfW Research beziffert die durchschnittliche Preisvorstellung abgabewilliger Inhaber auf 499.000 EUR (Median 375.000 EUR); das sind Angebotspreise, keine erzielten Kaufpreise. Eine Orientierung nach Branche und Größenklasse geben die EBITDA-Multiples nach Branche, eine erste Einordnung Ihres Unternehmens der Unternehmenswert-Rechner. Die belastbare Analyse leistet eine Unternehmensbewertung.

    Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage hängt von der Definition ab. Die Zahlen zur Nachfolgewelle stammen aus Befragungen und Schätzungen mit unterschiedlichen Abgrenzungen. Sie lassen sich nicht addieren oder gegeneinander aufrechnen:

    QuelleStandAussageAbgrenzung
    KfW Research, Fokus Nr. 52609.01.2026Rund 545.000 von 3,87 Mio. Mittelständlern planen bis Ende 2029 eine Übergabe (etwa 109.000 pro Jahr); jeder vierte Inhaber plant die Stilllegung (etwa 114.000 pro Jahr)Befragung von Inhabern, Hochrechnung
    IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37November 2025Rund 186.000 Unternehmen stehen 2026 bis 2030 zur Übergabe an, etwa 4.000 weniger als im vorherigen ZeitraumSchätzung nach Altersstruktur der Inhaber
    DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025Befragung 22.01.–28.02.2025Knapp 10.000 übergabewillige Inhaber in der IHK-Beratung 2024, gut 4.000 Übernahmeinteressierte; 5.620 Unternehmen ohne potenziellen NachfolgerFälle der IHK-Beratung, nicht der Gesamtmarkt
    KPMG, Pulse of Private Equity Q2’2620.08.2026Rund 260 bis 295 größere Unternehmen (EBITDA ab 10 Mio. EUR) könnten in zehn Jahren eine externe Nachfolge prüfenModellrechnung, nur größere Unternehmen

    Quellen: siehe Quellenverzeichnis, abgerufen am 07.10.2026. Wie sich die Nachfolgezahlen im Detail zusammensetzen, steht in Nachfolge in Deutschland: Zahlen und Statistik.

    Der Käufertyp verändert Preis und Prozess. Finanzinvestoren hatten nach Oaklins im ersten Halbjahr 2026 mit 522 Transaktionen einen Marktanteil von 35 %; die übrigen Transaktionen entfielen auf Strategen. Wer wissen will, wie sich beide Käufergruppen unterscheiden, findet das unter Strategischer Käufer oder Finanzinvestor? und Finanzinvestor.

    Wo liegen die Grenzen dieser Zahlen?

    Alle Zahlen dieser Seite sind Rückblicke, Erwartungen oder Modelle, keine Vorhersagen für ein einzelnes Unternehmen. Vier Einschränkungen sollten Sie kennen:

    • Nur veröffentlichte Transaktionen. Eine Zählung wie die von Oaklins erfasst per Definition nur öffentlich gemeldete Deals. Vertrauliche Transaktionen, wie sie im Mittelstand häufig sind, fehlen darin.
    • Befragung ist nicht Ergebnis. Wenn 42 % der Befragten mehr Aktivität erwarten, sagt das nichts über die tatsächliche Zahl.
    • Modelle haben einen Stichtag. Das KPMG-Modell kennt die Zinserhöhungen 2026 noch nicht.
    • Dealzahl ist nicht Preisniveau. Keine der genannten Quellen sagt, welche Preise Verkäufer 2027 erzielen.

    Unsere Einschätzung (eigene Einschätzung, keine Prognose)

    Nach unserer eigenen Einschätzung hängt die Verkaufschance eines Unternehmens 2027 weniger von der Marktstimmung ab als von Finanzierbarkeit, Planbarkeit und Vorbereitung im Einzelfall. Das ist eine Einordnung von IGCP Capital Partners auf Grundlage der oben genannten Quellen, keine Prognose, und wir nennen bewusst keine Zahl für 2027, weil keine Quelle sie trägt.

    • Höhere Zinsen verteuern Übernahmen. Das spricht dafür, Zahlen, Verträge und Abhängigkeiten vom Inhaber früh zu ordnen, bevor ein Käufer danach fragt.
    • Auf „den besten Zeitpunkt des Marktes“ zu warten, ist wenig verlässlich. Der Zeitpunkt des eigenen Unternehmens lässt sich dagegen gestalten.
    • Wer sich ohnehin mit der Nachfolge beschäftigt, findet Wege und Rechtsrahmen auf der Seite Unternehmensnachfolge Deutschland.

    Eine Verkaufsentscheidung gehört in die Abstimmung mit Ihrem Steuerberater und Rechtsanwalt; diese Seite ist Einordnung, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

    Häufige Fragen

    Gibt es eine Prognose für den M&A-Markt in Deutschland 2027?

    Nach unserer Recherche (Stand 07.10.2026) gibt es keine veröffentlichte Prognose der Dealzahl für 2027. Belegt sind Zahlen für das erste Halbjahr 2026 (Oaklins: 1.490 Transaktionen, +15,0 %), ein Modell von KPMG und Oxford Economics bis 2028 sowie die Konjunkturprognose der Gemeinschaftsdiagnose (Wachstum 2027: 1,1 %).

    Wie viele M&A-Transaktionen gab es im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland?

    Oaklins Germany zählt 1.490 Transaktionen mit deutscher Beteiligung, 15,0 % mehr als im ersten Halbjahr 2025 (1.296). Gezählt werden veröffentlichte Transaktionen, bei denen mindestens 20 % der Anteile übergehen.

    Wie wirken sich höhere Zinsen auf Unternehmensverkäufe aus?

    Nach Oaklins verschlechtert sich die Finanzierung von Übernahmen und erhöht die Bewertungsdisziplin der Käufer. Das KfW/BVK-Barometer beziffert die Finanzierungsbedingungen im zweiten Quartal 2026 mit −44,2. Wie stark sich das im Einzelfall auf den Preis auswirkt, lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten.

    Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, mein Unternehmen zu verkaufen?

    Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die Quellen zeigen einen aktiven, aber selektiven Markt. Entscheidend sind Ihre persönlichen Ziele, die Verfassung Ihres Unternehmens und eine saubere Vorbereitung. Besprechen Sie Zeitpunkt und Struktur mit Ihrem Steuerberater und einem unabhängigen M&A-Berater.

    Sind kleine und mittlere Unternehmen in diesen Statistiken enthalten?

    Nur soweit die Transaktionen veröffentlicht wurden. Vertrauliche Mittelstandstransaktionen erfassen Marktberichte wie der von Oaklins nicht. Für Nachfolgen im Mittelstand sind KfW, IfM Bonn und DIHK die besseren Quellen.

    Wie finde ich heraus, was mein Unternehmen wert ist?

    Eine erste Einordnung gibt der Unternehmenswert-Rechner. Eine belastbare Bewertung braucht bereinigte Zahlen und eine Analyse der Werttreiber, wie sie die Unternehmensbewertung leistet. Marktdaten geben dafür einen Korridor, keinen Preis.


    Quellen, abgerufen am 07.10.2026: Oaklins Germany, M&A-Marktbericht H1 2026 (oaklins.com, 23.07.2026); KPMG, M&A Outlook 2026, Pressemitteilung vom 08.12.2025 (kpmg.com/de); Roland Berger, Private equity DACH – State of the region H1 2026 (rolandberger.com, Juli 2026); KfW Research / BVK, German Private Equity Barometer Q2 2026 (kfw.de, 30.07.2026); KPMG, Pulse of Private Equity Q2’26, Pressemitteilung vom 20.08.2026 (kpmg.com/de); Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2026 (gemeinschaftsdiagnose.de, 24.09.2026); Europäische Zentralbank, Leitzinsen (ecb.europa.eu); KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 (kfw.de, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026); IfM Bonn, Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2026 bis 2030 (ifm-bonn.org, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025); DIHK, Report Unternehmensnachfolge 2025 (dihk.de). Einordnung, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

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