Zuletzt aktualisiert:
In den Nachfolgeberatungen der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern kamen zuletzt auf eine Person, die ein Unternehmen übernehmen möchte, 2,5 Inhaberinnen und Inhaber, die übergeben wollen; im Bundesdurchschnitt waren es 2,4. Viele der betroffenen Betriebe sind inhabergeführte Industrieunternehmen zwischen mittlerem Neckar, Bodensee, Ostwürttemberg und Schwarzwald, oft in kleinen internationalen Nischen. Wir begleiten Inhaberfamilien im Land bei Übergabe und Verkauf, diskret und von Wien aus.
Der Großraum Stuttgart ist das industrielle Herz Baden-Württembergs, geprägt durch Automotive (OEM und Zulieferer), Maschinenbau, Werkzeug- und Elektrotechnik. Familienunternehmen in dieser Region kombinieren häufig hohe Fertigungstiefe mit internationaler Kundenbasis. Für Nachfolgen ist der Käuferwettbewerb entsprechend intensiv – national wie international.
Für die lokale Perspektive: Unternehmensnachfolge Stuttgart. Anonyme Angebote und Suchprofile finden Sie unter Inserate aus Baden-Württemberg in der Nachfolgebörse Deutschland.
Zwischen Friedrichshafen, Ravensburg und Ulm sitzt ein besonderer Cluster aus Luft- und Raumfahrt, Präzisionsmechanik, Medizintechnik und Antriebstechnik. Viele Betriebe sind weltweit sichtbar, im deutschen Sprachraum aber leise – ein Profil, das strategische Käufer aktiv suchen. Eine erste Wertindikation liefert unser Unternehmenswert-Rechner.
Ostwürttemberg (Aalen, Heidenheim, Schwäbisch Gmünd) ist historisch stark in Optik und Werkzeugmaschinen; der Schwarzwald bringt aus seiner Uhren- und Feinmechaniktradition heute Weltmarktführer in Medizintechnik, Präzisionsmechanik und Elektronikkomponenten hervor. Für Nachfolgen ist der Käuferkreis in diesen Nischen international.
Der Ballungsraum Mannheim-Heidelberg-Karlsruhe verbindet Chemie und Pharma mit einem starken IT- und Softwarecluster. Für spezialisierte Zulieferer und softwarenahe Familienunternehmen sind hier sowohl strategische Käufer als auch Beteiligungsgesellschaften aktiv. In den meisten Fällen wird die Übergabe rechtlich als Anteilsverkauf einer GmbH umgesetzt – wer seine GmbH verkaufen möchte, bewegt sich in einem eigenen Regelkreis aus notarieller Beurkundung und Teileinkünfteverfahren, den wir gesondert einordnen. Systematik zu den Wegen: MBO vs. MBI und Unternehmensnachfolge Deutschland.
Die Kammern im Land haben 2024 mit Beratungsgesprächen, Veranstaltungen und weiteren Formaten fast 3.500 Unternehmerinnen und Unternehmer erreicht, die ihren Betrieb abgeben wollen – 52 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Nachfolgeinteressierten stieg gleichzeitig um 75 Prozent. Das Verhältnis hat sich dadurch verbessert, bleibt mit 2,5 zu 1 aber ungünstiger als im Bundesdurchschnitt.
Von den beratenen Übergebern wollen 48 Prozent an Externe übergeben, 34 Prozent innerhalb der Familie. 27 Prozent ziehen inzwischen die vollständige Schließung in Betracht, häufig weil sich keine geeignete Nachfolge gefunden hat. Nach Branchen fällt die Lücke sehr unterschiedlich aus: Im Gastgewerbe, im Handel und in der Finanzwirtschaft übersteigt das Angebot an Unternehmen die Nachfrage um das Dreifache, in der Verkehrsbranche um das Vierfache, in der IT-Branche und bei Dienstleistern um das Doppelte.
Für einen Verkauf ist die Branchenspalte wichtiger als der Landesdurchschnitt. Wo drei oder vier Unternehmen um einen Interessenten konkurrieren, reicht ein Inserat in der Kammerbörse selten aus. Entscheidend ist, dass Ihr Unternehmen im Vergleich auffällt – mit geprüften Zahlen, einer zweiten Führungsebene und einer Ansprache, die über die eigene Region hinaus strategische und überregionale Käufer erreicht.
| Kennzahl | Baden-Württemberg | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Übergabewillige je Nachfolgeinteressent in der IHK-Beratung | 2,5 zu 1 (Bund: 2,4 zu 1) | BWIHK, 01.08.2025, auf Basis DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 |
| Erreichte Übergeberinnen und Übergeber 2024 | fast 3.500 (plus 52 % zum Vorjahr) | BWIHK, 01.08.2025 |
| Veränderung der Zahl der Nachfolgeinteressierten zum Vorjahr | plus 75 % | BWIHK, 01.08.2025 |
| Geplante Übergabe extern / in der Familie / Schließung erwogen | 48 % / 34 % / 27 % | BWIHK, 01.08.2025 |
| Angebot je Nachfrage: Gastgewerbe, Handel, Finanzwirtschaft / Verkehr / IT und Dienstleister | 3 zu 1 / 4 zu 1 / 2 zu 1 | BWIHK, 01.08.2025 |
Quelle: IHK Baden-Württemberg (BWIHK), „Mittelstand sucht weiter Nachfolgerinnen und Nachfolger“, 01.08.2025, https://bw.ihk.de/mittelstand-sucht-weiter-nachfolgerinnen-und-nachfolger/, abgerufen am 28.09.2026.
Nach der aktuellen Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn stehen in Baden-Württemberg von 2026 bis 2030 rund 26.200 Unternehmen zur Übergabe an, nach Nordrhein-Westfalen (38.300) und Bayern (34.500) die dritthöchste Zahl. Bezogen auf den Unternehmensbestand sind es 54 Übergaben je 1.000 Unternehmen, etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (52) und in Bayern oder Hessen (je 51). Im Handwerk ist der Druck noch unmittelbarer: Nach einer Umfrage von Handwerk BW unter 3.319 Betrieben vom März 2026 ist rund jeder vierte Inhaber 61 Jahre oder älter. Hochgerechnet müssen 28.000 Betriebe in den nächsten fünf Jahren übergeben oder ersetzt werden, bei 12.000 davon schon innerhalb von zwei Jahren. 13 Prozent der Inhaber planen die Schließung, 2020 waren es rund 7 Prozent.
Das Land setzt mehrere Instrumente dagegen. Der Nachfolgegutschein BW fördert bis zu sechs Beratungstage mit einem festen Zuschuss von 600 Euro pro Tag, abgewickelt über das RKW Baden-Württemberg, wenn eine familieninterne Lösung nicht möglich ist. Die L-Bank hat nach eigenen Angaben seit 2021 fast 5.000 Übernahmen gefördert, allein im ersten Halbjahr 2024 mehr als 700 mit zusammen fast 260 Millionen Euro; rund 80 Prozent der Zusagen entfallen auf die Startfinanzierung 80 und die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung. Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg ist das größte Institut ihrer Art in Deutschland und hat 2025 insgesamt 2.037 Bürgschaften und Garantien über 404,7 Millionen Euro genehmigt. Getragen wird die Beratung von einem dichten Kammernetz aus 12 Industrie- und Handelskammern und 8 Handwerkskammern, die seit Juli 2026 eine landesweite Unternehmensbörse Handwerk betreiben.
Innerhalb des Landes unterscheiden sich die Ausgangslagen deutlich. In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg arbeiteten 2023 laut Statistischem Landesamt 47,3 Prozent der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe, in Ostwürttemberg 41,4 Prozent, in der Region Rhein-Neckar dagegen nur 25,7 Prozent (Landesdurchschnitt 33,8 Prozent). Wo die Industrie so stark dominiert, geht es bei einer Nachfolge häufiger um Fertigungsbetriebe mit eigenem Grundbesitz. Dann fällt die Grunderwerbsteuer ins Gewicht: Sie liegt in Baden-Württemberg seit November 2011 bei 5,0 Prozent und damit über dem bayerischen Satz von 3,5 Prozent. Für Unternehmen mit Standorten in beiden Ländern gehört dieser Unterschied in die Strukturplanung.
Wir arbeiten mit Mandanten in Baden-Württemberg persönlich und überregional, ohne ein eigenes Büro in Stuttgart, Mannheim oder am Bodensee zu unterhalten. Für die entscheidenden Termine sind wir vor Ort.
Sprechen wir vertraulich über Ihre Nachfolge in Baden-Württemberg.