Unternehmensnachfolge · Hessen

    Unternehmensnachfolge in Hessen

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    Hessen ist Finanzplatz, Industriestandort und Logistikdrehscheibe zugleich. Zwischen Rhein-Main, Mittelhessen und Nordhessen sitzt ein inhabergeführtes Unternehmertum, das national und international sichtbar ist – und in den kommenden Jahren in großer Zahl vor der Nachfolge steht. IGCP Capital Partners begleitet hessische Eigentümerinnen und Eigentümer diskret und unabhängig, mit Sitz in Wien.

    Rhein-Main: Finanzplatz und Industrie in einem

    Frankfurt ist einer der bedeutendsten Finanzplätze Europas – mit dichter Präsenz von Banken, Beteiligungsgesellschaften und M&A-nahen Dienstleistern. Rund um Frankfurt reichen die Cluster von Chemie und Pharma (Industriepark Höchst, Darmstadt) über Logistik (Flughafen Frankfurt, Raum Kassel) bis zu Software und IT.

    Die lokale Perspektive im Detail: Unternehmensnachfolge Frankfurt. Anonyme Angebote und Suchprofile finden Sie unter Inserate aus Hessen in der Nachfolgebörse Deutschland.

    Mittelhessen: Optik, Feinmechanik, Medizintechnik

    Die Achse Wetzlar-Gießen-Marburg ist weltweit sichtbar durch Optik, Feinmechanik, Medizintechnik und Pharma. Familienunternehmen aus dieser Region kombinieren häufig hohe Fertigungstiefe mit spezialisiertem IP – ein Profil, das strategische Käufer aktiv suchen. Für die Bewertung solcher Nischenführer ist eine sorgfältige Werttreiberanalyse zentral; erste Anhaltspunkte liefert unser Unternehmenswert-Rechner.

    Nordhessen: Fahrzeug, Automotive, Umwelttechnik

    Kassel und das nordhessische Umland sind geprägt durch Nutzfahrzeuge, Schienenverkehr und einen starken Automotive-Zuliefererkreis, ergänzt um Umwelt- und Energietechnik. Für Nachfolgen in diesem Umfeld ist die Frage der technologischen Transformation (E-Mobilität, Kreislaufwirtschaft) heute genauso zentral wie die klassische Bewertung.

    Beteiligungskapital für Übernehmer: MBG H, Hessen Kapital und HessenFonds

    Die öffentliche Beteiligungsfinanzierung des Landes ist bei der BMH Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen gebündelt, einer hundertprozentigen Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen, die über die WIBank in die Wirtschaftsförderung des Landes eingebunden ist. Sie verwaltet unter anderem die MBG H, Hessen Kapital und den HessenFonds Beteiligungen. Bei einer stillen Beteiligung erhalten diese Fonds keine Gesellschaftsanteile; die Beteiligung gilt als wirtschaftliches Eigenkapital und soll die Kreditwürdigkeit des Käufers bei Banken verbessern. Die Konditionen werden zu Beginn festgelegt und gelten für die gesamte Laufzeit.

    ProgrammBeteiligungArtWer und wofürLaufzeit
    MBG H, Wachstums- und Innovationsprogramm100.000 € bis 1,5 Mio. €stille BeteiligungJahresumsatz bis 75 Mio. €; ausdrücklich auch Unternehmensübernahmen und Nachfolgeregelungen—
    Hessen Kapital I0,2 bis 5 Mio. €stille oder offene BeteiligungUmsatz in der Regel bis 150 Mio. € (höchstens 250 Mio. €), in der Regel bis 499 Beschäftigte; nennt Nachfolgeregelungen ausdrücklich; bei der stillen Beteiligung keine Sicherheitenstille Beteiligung in der Regel 10 Jahre (7 tilgungsfrei, dann je 20 % in den Jahren 8 und 9, 60 % im Jahr 10)
    HessenFonds Beteiligungen0,2 bis 10 Mio. €stille und offene Beteiligungenkleine und mittlere Unternehmen in der Regel bis 500 Beschäftigte; ausgerichtet auf Innovation und Transformation, nicht speziell auf NachfolgenInvestitionszeitraum des Fonds 2025 bis 2034

    Der HessenFonds hat ein Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro; den Beteiligungsteil bilden 250 Millionen Euro. Für Handwerksbetriebe gibt es bei der MBG H ein eigenes Handwerksprogramm (Jahresumsatz bis 5 Mio. Euro, Meisterqualifikation im Unternehmen, Mittel aus dem ERP-Sondervermögen). Das Kombiprogramm verbindet einen von der Bürgschaftsbank Hessen verbürgten Hausbankkredit mit einer stillen Beteiligung der MBG H.

    Quellen: WIBank, Beteiligungen (https://www.wibank.de/wibank/beteiligungen); BMH, Unternehmenskauf und Unternehmensnachfolge (https://www.bmh-hessen.de/fuer-unternehmen/unternehmenskauf-und-unternehmensnachfolge) und HessenFonds (https://www.bmh-hessen.de/unsere-fonds/hessenfonds); MBG Hessen (https://www.mbg-hessen.de/); Hessen Kapital (https://www.hessen-kapital.de/); alle abgerufen am 29.09.2026. Angaben der Fonds; die Konditionen richten sich nach den jeweiligen Beteiligungsgrundsätzen.

    Für Verkäufer ist das aus zwei Gründen relevant: Es erweitert den Kreis der Käufer, die einen Kaufpreis überhaupt finanzieren können, und es gehört in die Kaufpreismechanik, wie Verkäuferdarlehen, Bankkredit und stille Beteiligung des Käufers zusammenspielen. Bei einem Anteilsverkauf einer GmbH gelten notarielle Beurkundung und das Teileinkünfteverfahren als eigener Regelkreis, den wir gesondert einordnen: GmbH verkaufen. Für Systematik und Vergleich: Unternehmensnachfolge, MBO vs. MBI und Unternehmensnachfolge Deutschland.

    13.600 Übergaben bis 2030 – und drei sehr unterschiedliche Landesteile

    Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn schätzt, dass in Hessen zwischen 2026 und 2030 rund 13.600 Unternehmen zur Übergabe anstehen. Gezählt werden dabei nur Unternehmen, deren Inhaber aus persönlichen Gründen ausscheiden und die für einen Nachfolger wirtschaftlich attraktiv genug sind. Das entspricht 51 Übergaben je 1.000 Unternehmen, der Bundesschnitt liegt bei 52. Für 2022 bis 2026 hatte das IfM für Hessen noch 14.600 Übergaben geschätzt, 53 je 1.000. Der Rückgang um 1.000 Fälle fällt damit deutlich stärker aus als bundesweit, wo die Zahl von rund 190.000 auf 186.000 sank. Als Grund nennt das IfM, dass sich bei manchen Unternehmen die Ertragslage so verschlechtert hat, dass sich eine Übernahme nicht mehr lohnt.

    Wie eine Nachfolge verläuft, hängt in Hessen stark von der Region ab. Gut zwei Drittel der 2.761.767 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten im Regierungsbezirk Darmstadt (1.873.655, Stand 30. Juni 2024). Dort liegt der Anteil des produzierenden Gewerbes bei 18,4 Prozent, in Frankfurt sogar nur bei 9,2 Prozent. In den Regierungsbezirken Gießen und Kassel sind es 31,9 und 29,6 Prozent, im Lahn-Dill-Kreis 39,4 Prozent. Im Süden geht es bei einer Übergabe also häufiger um Dienstleister, deren Wert an Personen hängt. In Mittel- und Nordhessen stehen öfter Maschinen, Gebäude und Grundstücke in der Bilanz. Liegen Grundstücke in der Gesellschaft, ist beim Anteilsverkauf die hessische Grunderwerbsteuer zu prüfen. Sie beträgt seit dem 1. August 2014 unverändert 6,0 Prozent.

    Das Kammernetz ist entsprechend dezentral. Hessen hat zehn IHKs: Darmstadt, Frankfurt am Main, Offenbach, Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Wiesbaden, Gießen-Friedberg, Limburg, Lahn-Dill, Kassel-Marburg und Fulda. Dazu kommen drei Handwerkskammern in Frankfurt-Rhein-Main, Wiesbaden und Kassel. Sie betreuen zusammen 78.532 Betriebe, davon 69.667 Handwerksbetriebe (Stand Januar 2026).

    Für die Beratung gibt das Land Geld dazu. Über das RKW Hessen bezuschusst es die Nachfolge- und Übergabeberatung mit höchstens 400 Euro je Tagewerk, maximal der Hälfte des Honorars. Ein Unternehmen kann für alle Programme zusammen höchstens 15 Tagewerke im Jahr fördern lassen. Wer übernommen hat, kann direkt danach ein ebenfalls gefördertes Nachfolgecoaching nutzen. Für die Finanzierung stellt der 2025 aufgelegte HessenFonds 750 Mio. Euro für Darlehen der WIBank bereit. Im Programm „HessenFonds GuW (ERP)“ sind 100.000 bis 1 Mio. Euro je Vorhaben möglich, mit einer Zinsvergünstigung von bis zu 2 Prozent pro Jahr. Die Bürgschaftsbank Hessen kann diese Darlehen zu bis zu 80 Prozent zu einer ermäßigten Gebühr verbürgen. Maßgeblich sind jeweils die aktuellen Programmbedingungen im Merkblatt der WIBank.

    Transparenz: Unser Sitz ist Wien

    Wir arbeiten mit Mandanten in Hessen persönlich und überregional, ohne dort ein Büro zu unterhalten. Für die entscheidenden Termine – Managementpräsentationen, Verhandlungen und Notartermine – sind wir vor Ort.

    Häufige Fragen

    Warum ist Hessen für M&A und Nachfolge besonders interessant?
    Weil in Rhein-Main einer der wichtigsten Finanz- und Industriestandorte Europas liegt: Banken, Beteiligungsgesellschaften, Kanzleien und internationale Konzerne sind hier ansässig, ergänzt um eine breite Industrie zwischen Chemie, Pharma, Automotive und Logistik. Für hessische Familienunternehmen bedeutet das kurze Wege zu Käufern und Kapital.
    Was passiert außerhalb von Rhein-Main – in Nordhessen und Mittelhessen?
    Nordhessen um Kassel ist geprägt durch Fahrzeug- und Schienenverkehr, Automotive und Umwelttechnik, Mittelhessen um Gießen, Marburg und Wetzlar durch Optik, Feinmechanik und Medizintechnik. Diese Regionen bringen ihre eigenen Hidden Champions hervor – häufig mit internationalem Kundenstamm und entsprechend breitem Käuferkreis im Nachfolgeprozess.
    Wir sind ein inhabergeführter Zulieferer im Rhein-Main-Gebiet – welche Käufer kommen infrage?
    Strategische Käufer aus DACH und international, Beteiligungsgesellschaften mit Sitz in Frankfurt und ein wachsender Kreis an MBI-Kandidaten aus Konzern- und Beraterhintergrund. Welche Gruppe für Sie passt, hängt an Größe, Ertragslage, Wachstumsstory und Bedeutung der zweiten Führungsebene.
    Wie eng ist die Rolle der IHK Frankfurt bei Nachfolgen?
    Die zehn IHKs in Hessen (Darmstadt, Frankfurt am Main, Offenbach, Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Wiesbaden, Gießen-Friedberg, Limburg, Lahn-Dill, Kassel-Marburg und Fulda) sind wichtige Anlaufstelle für Sprechtage, Nachfolgetreffs und die Nachfolgebörse nexxt-change. Für einen strukturierten M&A-Prozess mit externen Käufern sind sie ergänzend, nicht ersetzend.
    Gibt es in Hessen einen Zuschuss für die Beratung vor einer Übergabe?
    Ja. Das Land Hessen fördert über das RKW Hessen die Nachfolge- und Übergabeberatung für kleine und mittlere Unternehmen. Der Zuschuss beträgt höchstens 400 Euro je Tagewerk und höchstens die Hälfte des Beraterhonorars. Pro Kalenderjahr sind für alle Programme zusammen maximal 15 Tagewerke förderfähig. Vorher prüft das RKW, ob Bundesförderung oder Beratung über die Handwerkskammern in Frage kommt. Wer übernommen hat, kann direkt danach ein gefördertes Nachfolgecoaching nutzen.
    Welche Beteiligungsprogramme gibt es in Hessen für eine Unternehmensübernahme?
    Die BMH verwaltet die MBG H (100.000 Euro bis 1,5 Mio. Euro, Jahresumsatz bis 75 Mio. Euro), Hessen Kapital I (0,2 bis 5 Mio. Euro, stille oder offene Beteiligung, Nachfolgeregelungen ausdrücklich genannt) und den HessenFonds Beteiligungen (0,2 bis 10 Mio. Euro, Schwerpunkt Innovation und Transformation). Stand: BMH, MBG Hessen und Hessen Kapital, abgerufen am 29.09.2026.

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