Branchen · Hotellerie & Gastronomie

    Hotel und Gastronomiebetrieb verkaufen: Nachfolge in Hotellerie und Gastronomie

    Wer „Hotel verkaufen" sucht, meint zwei sehr verschiedene Dinge: die Immobilie oder den Betrieb. Diese Unterscheidung entscheidet über Käuferkreis, Bewertung und Prozess — und sie wird in der Branche häufiger verwechselt als irgendwo sonst. Diese Seite ordnet ein, wie Betriebsverkäufe in Hotellerie und Gastronomie funktionieren, was realistisch bezahlt wird und worauf Käufer achten. Für Betriebe in Tourismusregionen Österreichs gilt dabei: Die Nachfrage nach eingeführten Häusern mit Stammgästen ist stabil — knapp sind Betreiber, nicht Interessenten.

    Betrieb oder Immobilie — die entscheidende Weiche

    Beim Immobilienverkauf zählt der Ertragswert der Liegenschaft; Käufer sind Investoren und Projektentwickler. Beim Betriebsverkauf zählt die nachhaltige Ertragskraft des laufenden Geschäfts; Käufer sind Betreiber, Gruppen und Pächter. Dazwischen liegen Mischformen: Verkauf des Betriebs mit langfristigem Pachtvertrag, Verkauf von Betrieb samt Immobilie an einen Betreiber, oder Sale-and-Lease-Back. Welche Variante wirtschaftlich die beste ist, hängt von Immobilienwert, Ertragslage und Ihren persönlichen Zielen ab — und gehört an den Anfang jedes Prozesses, nicht ans Ende.

    Wer in Hotellerie und Gastronomie kauft

    • Hotelgruppen und Betreibergesellschaften, die eingeführte Häuser mit Personal übernehmen — gerade in Tourismusregionen.
    • Gastronomiegruppen und Systemgastronomen, die Standorte und Konzepte zukaufen.
    • Private Übernehmer und Betreiberfamilien (MBI), oft mit Verkäuferdarlehen oder Pachtmodell als Einstieg.
    • Investoren mit Betreiberpartner, wenn Immobilie und Betrieb gemeinsam übergehen.

    Was Ihr Betrieb wert ist

    Zur Orientierung die KMU-Marktdaten von NIMBO (Stand Juni 2026) für die Gastronomie:

    • Österreich: rund 5,1x EBIT bei 2–5 Mitarbeitern, 6,1x bei 6–25 und 6,3x bei 26–99 Mitarbeitern (EBITDA 4,7–5,5x).
    • Deutschland: rund 4,3x bis 5,4x EBIT je nach Größenklasse (EBITDA 3,9–4,6x).

    Wichtig: Diese Multiples gelten für den Betrieb ohne Immobilie. Gehört die Liegenschaft dazu, wird sie separat bewertet — meist ist sie der größere Wertblock. Über das obere oder untere Ende der Betriebsbewertung entscheiden:

    • Ertragsqualität: Saisonverteilung, Auslastung, Stammgäste- und Direktbuchungsanteil statt Abhängigkeit von Plattformen.
    • Personal: Ein eingespieltes Team inklusive Küchenleitung ist im Branchen-Personalmangel das stärkste Kaufargument.
    • Inhaberabhängigkeit: Läuft das Haus auch ohne die Wirtin oder den Gastgeber? Genau das prüft jeder Käufer zuerst.
    • Zustand und Investitionsstau: Aufgeschobene Renovierungen werden vom Kaufpreis abgezogen.
    • Pachtvertrag (falls gepachtet): Restlaufzeit und Konditionen bestimmen, was ein Käufer überhaupt finanzieren kann.

    Eine seriöse Unternehmensbewertung ersetzt diese Orientierungswerte nicht — sie ergibt sich aus Zahlen, Immobiliensituation und Käufersituation im Einzelfall.

    Was Käufer in Hotellerie und Gastronomie prüfen

    Im Zentrum stehen die bereinigten Ergebnisse (private Entnahmen, Familienlöhne, Eigenverbrauch werden normalisiert), die Auslastungs- und Umsatzstruktur über die Saisonen, der Buchungsmix und die Bewertungslage auf den Plattformen. Dazu kommen Personalstruktur und Dienstverhältnisse, der bauliche Zustand samt Betriebsanlagengenehmigung, Brandschutz- und Hygieneauflagen sowie bei Pachtbetrieben der Pachtvertrag im Detail. In Österreich zusätzlich relevant: die Gewerbeberechtigung für das Gastgewerbe — wie im Handwerk über einen gewerberechtlichen Geschäftsführer lösbar.

    Wie IGCP Inhaber von Hotel- und Gastronomiebetrieben begleitet

    IGCP Capital Partners begleitet seit über 20 Jahren Unternehmensverkäufe und Nachfolgen — über 100 abgeschlossene Transaktionen, 100 % unabhängig, ohne Bindung an Banken oder Beteiligungsgesellschaften. Gerade in der Hotellerie zählt Diskretion doppelt: Vorzeitige Gerüchte verunsichern Stammgäste und Personal gleichermaßen.

    Während am Markt für einen Unternehmensverkauf üblicherweise 6–12 Monate veranschlagt werden, führen wir strukturierte Prozesse in der Regel in 3–6 Monaten zum Abschluss — diskret, ohne dass Gäste, Mitarbeiter oder Mitbewerber vorzeitig davon erfahren.

    Häufige Fragen

    Welcher Multiple ist für meinen Betrieb realistisch?
    Für den Betrieb ohne Immobilie in Österreich je nach Größe rund 5–6x EBIT, in Deutschland 4,3–5,4x (Quelle: NIMBO, Stand Juni 2026). Die Immobilie wird separat bewertet und ist oft der größere Wertblock.
    Soll ich Betrieb und Immobilie gemeinsam oder getrennt verkaufen?
    Das ist die zentrale Weichenstellung. Gemeinsamer Verkauf maximiert die Einfachheit, getrennte Wege (Betrieb an Betreiber, Immobilie behalten und verpachten) oft den Gesamterlös plus laufendes Einkommen. Die Antwort hängt von Immobilienwert, Ertragslage und Ihren Zielen ab.
    Mein Haus lebt von mir als Gastgeber — ist es trotzdem verkäuflich?
    Ja, aber mit Vorbereitung: Eine eingespielte zweite Ebene (Küchen-, Rezeptions-, Serviceleitung) und dokumentierte Abläufe reduzieren den Abschlag für Inhaberabhängigkeit erheblich. Eine Übergangsphase mit dem bisherigen Gastgeber ist üblich.
    Was passiert mit meinem Team?
    Das Team ist im Personalmangel der Branche regelmäßig das wichtigste Kaufargument — Übernahme der Dienstverhältnisse ist die Regel. Schlüsselkräfte früh (aber vertraulich) einzubinden, gehört zur Prozessplanung.
    Erfahren Gäste und Mitarbeiter vom Verkaufsprozess?
    Bei einem professionell geführten Prozess nicht. Ansprache erfolgt anonymisiert, Interessenten unterzeichnen Vertraulichkeitsvereinbarungen, sensible Daten werden erst spät und gestuft offengelegt.

    Wenn Sie den Verkauf Ihres Hotel- oder Gastronomiebetriebs durchdenken möchten, sprechen Sie vertraulich mit uns — eine erste Einschätzung ist unverbindlich.