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Der Preis eines Unternehmens entscheidet sich nicht am Verhandlungstisch, sondern in den ein bis zwei Jahren davor. Was dort versäumt wurde, lässt sich später nur noch erklären.
Exit-Vorbereitung heißt: das Unternehmen so aufstellen, dass ein Käufer es ohne Abschläge übernehmen kann. Das ist weniger eine Frage von Kosmetik als eine Frage davon, welche Risiken ein Erwerber im Kaufpreis einpreisen muss — und welche man ihm vorher nehmen kann.
Die Prüfkriterien sind über Branchen und Käufertypen hinweg erstaunlich ähnlich. Vier Punkte entscheiden.
Der wichtigste Punkt. Wenn Kundenbeziehungen, Fachwissen und Entscheidungen an einer Person hängen, kauft der Erwerber ein Risiko — und sichert es über lange Bindungsfristen, Earn-Outs oder Kaufpreiseinbehalte ab. Eine eingearbeitete zweite Führungsebene ist der wirksamste Werthebel, den es gibt, und zugleich der, der am längsten braucht.
Monatliche Auswertungen, saubere Abgrenzungen, eine nachvollziehbare Überleitung vom Jahresabschluss zum bereinigten Ergebnis. Wo Zahlen erst auf Nachfrage entstehen, unterstellt ein Käufer Unsicherheit und rechnet sie ein.
Hängt ein erheblicher Umsatzanteil an wenigen Kunden oder die Produktion an einem einzigen Lieferanten, ist das ein bekannter Bewertungsabschlag. Kurzfristig ändern lässt sich das selten — offen darstellen und erklären dagegen immer, und das kostet weniger, als wenn es in der Prüfung auffällt.
Gesellschaftsvertrag und Beschlüsse, Miet-, Lizenz- und Kundenverträge, gewerbliche Schutzrechte, Verträge mit nahestehenden Personen. Formale Lücken vernichten selten Wert, verzögern aber zuverlässig — und jede Verzögerung kostet Verhandlungsposition.
Verkaufsreife lässt sich prüfen wie ein Käufer es tun würde. Wir arbeiten dabei zehn Felder ab — dieselben, die in einer Due Diligence später Preis oder Vertrag verändern.
Inhaberabhängigkeit. Wie viel Umsatz, Wissen und Entscheidung hängt an einer Person? Zweite Führungsebene. Gibt es Menschen, die den Betrieb ohne den Inhaber führen könnten — und tun sie es schon? Zahlenqualität. Monatsauswertungen, Abgrenzungen, Überleitung vom Jahresabschluss zum bereinigten Ergebnis. Ertragsqualität. Wie viel des Ergebnisses ist wiederkehrend, wie viel Einmaleffekt, wie stabil die Marge? Kundenstruktur. Anteil der größten Kunden, Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen.
Lieferanten und Abhängigkeiten. Einzelquellen, exklusive Bezugsverträge, Preisgleitklauseln. Verträge. Change-of-Control-Klauseln in Kunden-, Miet- und Finanzierungsverträgen, Laufzeiten, Sonderkündigungsrechte. Rechte am eigenen Produkt. Software, Marken, Domains, Entwicklungen freier Mitarbeiter — belegbar dem Unternehmen zugeordnet? Compliance und Prüfungen. Offene Verfahren bei Finanzverwaltung und Sozialversicherung, Datenschutz, Genehmigungen, Gewerbeberechtigungen. Working Capital und Investitionsstau. Lagerreichweite, Forderungslaufzeiten, aufgeschobene Investitionen, die ein Käufer als Kaufpreisabzug rechnen wird.
Wer diese Felder selbst durchgehen will, findet die Werthebel mit Scorecard im Exit-Readiness-Guide und eine strukturierte Selbsteinschätzung im Exit-Readiness-Check. Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine Liste konkreter Punkte mit Wirkung und Aufwand — kein Urteil, sondern ein Arbeitsplan.
Manche Befunde kosten nicht Prozente, sondern die Transaktion. Sie gehören vorher gefunden.
Wenn nicht belegbar ist, dass Software, Marken oder Entwicklungen tatsächlich dem Unternehmen gehören — etwa weil freie Mitarbeiter ohne Rechteübertragung gearbeitet haben —, stoppt das jeden professionellen Käufer.
Laufende Verfahren bei Finanzverwaltung oder Sozialversicherung führen zu Einbehalten, die über Jahre laufen. Abgeschlossene und dokumentierte Verfahren sind dagegen meist erledigt.
Kunden-, Miet- oder Finanzierungsverträge mit einem Sonderkündigungsrecht bei Eigentümerwechsel verwandeln den Verkauf selbst in ein Risiko. Wer sie kennt, kann sie vorher nachverhandeln.
Immobilien, Fahrzeuge, Versicherungen oder Darlehen zwischen Gesellschafter und Gesellschaft müssen sauber getrennt oder zumindest vollständig dargestellt sein. Was hier unklar bleibt, wird in der Prüfung zum Misstrauen gegenüber allem anderen.
Nicht alles lässt sich gleich schnell verändern. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Vorlaufzeit.
Aufbau der zweiten Führungsebene, Reduktion der Kundenkonzentration, Nachverhandlung verlustbringender Altverträge, Trennung von Privat- und Betriebsvermögen. Das sind die Maßnahmen, die Zeit brauchen und den größten Effekt haben.
Aufbereitung des Zahlenwerks, Herleitung des bereinigten Ergebnisses, Sichtung sämtlicher Verträge, Klärung der Rechte an geistigem Eigentum, Aufbau des Datenraums.
Festlegung der Struktur und der steuerlichen Weichen mit Ihrem Steuerberater, Entscheidung über Voll- oder Teilverkauf, Vorbereitung der Unterlagen für die Käuferansprache. Danach beginnt der eigentliche Prozess, beschrieben unter Unternehmen verkaufen.
Käufer bewerten inhabergeführte Unternehmen im Kern mit zwei Größen: dem nachhaltigen, bereinigten Ergebnis und einem Multiplikator, der das Risiko abbildet. Eine gute Exit-Vorbereitung wirkt auf beide.
Ein sauber hergeleitetes, nachvollziehbar bereinigtes Ergebnis wird von Käufern akzeptiert; ein Ergebnis, das erst in der Prüfung zusammengesucht wird, wird mit Sicherheitsabschlägen versehen. Private Positionen, Einmaleffekte und ein marktübliches Geschäftsführergehalt gehören vor dem Prozess dokumentiert — nicht in der Verhandlung erklärt. Wie die Bereinigung funktioniert, beschreibt Unternehmensbewertung.
Innerhalb einer Branche entscheidet die Qualität des Unternehmens über die Position in der Multiplikator-Bandbreite. Geringe Inhaberabhängigkeit, wiederkehrende Umsätze, eine breite Kundenbasis, dokumentierte Prozesse und eine funktionierende zweite Ebene rechtfertigen einen höheren Multiplikator, weil sie das Risiko des Käufers senken. Genau diese Faktoren sind es, die sich in ein bis zwei Jahren Vorbereitung tatsächlich verändern lassen — der Branchenmultiplikator selbst nicht.
Vorbereitung wirkt nicht nur auf die Zahl, sondern auf die Struktur: Weniger offene Risiken bedeuten weniger Earn-out, kleinere Einbehalte, kürzere Garantiefristen — und damit mehr Kaufpreis, der tatsächlich bei Closing fließt. Und sie verkürzt den Prozess: Am Markt dauert ein Unternehmensverkauf meist sechs bis zwölf Monate; ein vorbereitetes Unternehmen schließen wir in der Regel in drei bis sechs Monaten ab. Welche Hebel den Wert am stärksten bewegen, vertieft Unternehmenswert steigern.
Ab einer gewissen Transaktionsgröße lohnt es sich, die Prüfung des Käufers vorwegzunehmen.
Bei einer Vendor Due Diligence lässt der Verkäufer sein Unternehmen vorab durch unabhängige Prüfer untersuchen — finanziell, steuerlich, rechtlich. Der Bericht wird den Bietern zur Verfügung gestellt. Vorteil: Schwachstellen werden gefunden, bevor der Käufer sie findet, mehrere Bieter prüfen auf derselben Grundlage, und die Prüfphase verkürzt sich. Bei kleineren Transaktionen reicht eine strukturierte interne Prüfung entlang derselben Fragen. Details unter Vendor Due Diligence.
Eine Quality-of-Earnings-Analyse leitet das nachhaltige Ergebnis her: Sie trennt wiederkehrende von einmaligen Erträgen, prüft Bilanzierungsspielräume, Working-Capital-Verlauf und Nettoverschuldung. Sie ist das Dokument, an dem Käufer und Finanzierer ihre Kaufpreislogik festmachen — wer es selbst vorlegt, setzt den Anker.
Der virtuelle Datenraum wird nicht erst für die Due Diligence aufgebaut, sondern ist das Ergebnis der Vorbereitung: nach Recht, Finanzen, Steuern, Personal, Verträgen, IT und Immobilien strukturiert, mit personenbezogen protokollierten Zugriffen und stufenweiser Freigabe. Welche Dokumente hineingehören, listet die Due-Diligence-Checkliste; die Struktur liefert unser M&A Datenraum-Manager.
IGCP Capital Partners arbeitet seit über 15 Jahren als unabhängige Transaktionsberatung und hat mehr als 100 Verkäufe und Nachfolgen abgeschlossen. Wir sehen Ihr Unternehmen dabei aus der Perspektive, die zählt: der des Käufers.
Am Anfang steht eine ehrliche Einschätzung, wo das Unternehmen heute steht — welche Abschläge ein Käufer heute vornehmen würde und woran das liegt. Das Ergebnis ist keine Präsentation, sondern eine Liste konkreter Punkte mit Wirkung und Aufwand.
Daraus entsteht ein Plan mit Reihenfolge und Zeitachse. Die Umsetzung liegt bei Ihnen und Ihren Fachberatern; wir begleiten sie, prüfen den Fortschritt aus Käufersicht und sagen, wann das Unternehmen prozessreif ist.
Eine Exit-Vorbereitung verpflichtet zu nichts. Viele Inhaber nutzen sie, um überhaupt erst zu entscheiden, ob und wann ein Verkauf in Frage kommt. Das erste Gespräch ist kostenfrei, unverbindlich und streng vertraulich.
Ist die Vorbereitung abgeschlossen, beschreibt Unternehmen verkaufen den eigentlichen Prozess. Was Ihr Unternehmen heute wert ist, zeigt Unternehmensbewertung.
Weiterführend: Unternehmenswert steigern und Vendor Due Diligence.
Wenn Sie den Verkauf in den kommenden Jahren planen, klären wir im Erstgespräch kostenfrei, wo Ihr Unternehmen heute steht.