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In Niedersachsen haben 2024 rund 3.400 Betriebe per Kauf, Pacht oder Erbgang einen neuen Inhaber bekommen, fast 40 Prozent davon im Gastgewerbe; in Industrie und Bau sind solche Wechsel in der amtlichen Zählung selten. Die Wirtschaftsräume des Landes reichen von der Automobilindustrie um Wolfsburg, Braunschweig und Hannover über die Ernährungswirtschaft im Oldenburger Münsterland bis zu Häfen und Offshore-Wind an der Küste. IGCP Capital Partners arbeitet für Eigentümer zwischen Nordsee und Harz von Wien aus und kommt zu den entscheidenden Terminen ins Land.
Rund um die Volkswagen-Wertschöpfungskette hat sich ein dichter Kreis inhabergeführter Zulieferer und industrienaher Dienstleister etabliert. Nachfolgen in diesem Umfeld müssen die Transformation zur E-Mobilität und die Kundenkonzentration ehrlich adressieren – Käufer erwarten eine belastbare Antwort auf beide Fragen. Erste Wertindikation: Unternehmenswert-Rechner. Anonyme Angebote und Suchprofile finden Sie unter Inserate aus Niedersachsen in der Nachfolgebörse Deutschland.
Die Region um Vechta und Cloppenburg ist einer der wichtigsten Standorte der deutschen Ernährungswirtschaft. Fleisch- und Molkereiwirtschaft, Futtermittel, Agrartechnik und Verpackungsindustrie sind eng verflochten. Für Nachfolgen ist der Käuferkreis überwiegend strategisch, häufig international; Bewertung und Prozess sind entsprechend anspruchsvoll.
An der niedersächsischen Küste sind Schiffbau, Zulieferer, Häfen (Cuxhaven, Emden, Wilhelmshaven), Offshore-Wind und maritime Logistik prägend. Für Nachfolgen in Zulieferbetrieben mit Bezug zur Energiewende ist die Nachfrage strategisch stark; Bewertung und Käuferansprache sollten die langfristigen politischen und Marktrahmenbedingungen berücksichtigen.
Zwischen Osnabrück, Göttingen, Hildesheim und dem Weserbergland sitzt eine breite industrielle Unternehmenslandschaft aus Maschinenbau, Optik, Chemie und Kunststoffverarbeitung. Diese Betriebe sind häufig weniger sichtbar, im Käuferwettbewerb aber gut positioniert. Weil die überwiegende Zahl der Übergaben rechtlich als Anteilsverkauf einer GmbH stattfindet – mit eigenen Regeln zu notarieller Beurkundung und Besteuerung – ordnen wir das Thema GmbH verkaufen gesondert ein. Zur Systematik der Wege: Unternehmensnachfolge, MBO vs. MBI und Nachfolge ohne Familie.
Die Gewerbeanzeigenstatistik des Landesamts für Statistik Niedersachsen weist Inhaberwechsel doppelt aus: beim neuen Inhaber als Anmeldung, weil er den Betrieb geerbt, gekauft oder gepachtet hat, und beim bisherigen als Abmeldung, weil er ihn vererbt, verkauft oder verpachtet hat. Für 2024 zählte das Landesamt 3.387 solcher Anmeldungen und 2.699 Abmeldungen. Mit 1.327 Anmeldungen entfiel der größte Teil auf das Gastgewerbe, gefolgt vom Handel einschließlich Kfz-Reparatur mit 972. Im Baugewerbe waren es 116, im Verarbeitenden Gewerbe 97 und in Information und Kommunikation 22.
Aufschlussreich ist der Vergleich mit den Betriebsaufgaben, also den Schließungen von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung, etwa mit Handelsregistereintrag, Handwerkskarte oder Beschäftigten. Im Verarbeitenden Gewerbe standen 2024 den 75 Abmeldungen wegen Übergabe 472 Betriebsaufgaben gegenüber, im Baugewerbe 102 zu 979, im Gastgewerbe dagegen 1.000 zu 1.148. Beide Kategorien sind nicht deckungsgleich abgegrenzt, und Anteilsverkäufe einer GmbH lösen in der Regel keine Gewerbeanzeige aus, weil die Gesellschaft Gewerbetreibende bleibt. Die Größenordnung zeigt trotzdem, dass in Industrie und Bau weit mehr Betriebe aufgegeben als übergeben werden, soweit die Gewerbeämter das erfassen.
Für 2025 liegt bisher nur die Gesamtzahl vor: 71.413 Gewerbeanmeldungen, der höchste Wert seit 15 Jahren, darunter 4.595 sonstige Anmeldungen, zu denen neben Übernahmen auch Rechtsformwechsel und Gesellschaftereintritte zählen (2024: 4.522). Die Aufschlüsselung nach Übernahmen steht für 2025 noch aus.
| Wirtschaftsabschnitt (2024) | Anmeldungen: Betrieb geerbt, gekauft, gepachtet | Abmeldungen: Betrieb vererbt, verkauft, verpachtet | Betriebsaufgaben |
|---|---|---|---|
| Alle Wirtschaftsabschnitte | 3.387 | 2.699 | 9.163 |
| Gastgewerbe | 1.327 | 1.000 | 1.148 |
| Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz | 972 | 791 | 2.571 |
| Baugewerbe | 116 | 102 | 979 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 97 | 75 | 472 |
| Information und Kommunikation | 22 | 16 | 261 |
Quellen: Landesamt für Statistik Niedersachsen, „Gewerbeanzeigen 2024“, korrigierte Fassung vom 07.09.2026, Tabellen 1 bis 4, https://www.statistik.niedersachsen.de/download/219662; Pressemitteilung Nr. 015 vom 04.02.2026, https://www.statistik.niedersachsen.de/presse/gewerbeanzeigen-2025-anmeldungen-mit-hochstwert-der-letzten-jahre-248354.html; beide abgerufen am 28.09.2026.
Nach der Schätzung des IfM Bonn vom November 2025 stehen in Niedersachsen von 2026 bis 2030 rund 19.000 Unternehmen zur Übergabe an. Mit 61 Übergaben je 1.000 Unternehmen ist das der höchste Wert aller Bundesländer. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 52, Schleswig-Holstein und Bremen folgen mit je 55. Bundesweit sinkt die Zahl leicht auf rund 186.000. In Niedersachsen steigt sie dagegen: Im Zeitraum 2022 bis 2026 waren es noch 17.400, also 1.600 weniger. Das IfM begründet das mit vielen Unternehmen in mittleren Umsatzgrößenklassen und einer ausgeglichenen Wirtschaftsstruktur.
Wie stark sich das regional verteilt, zeigen die Kammern. Die IHK Hannover rechnet für ihren Bezirk mit 1.260 Übergaben pro Jahr: rund 590 in der Region Hannover, 140 im Landkreis Göttingen, 120 in Diepholz und Hildesheim und 30 in Holzminden. Die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim erwartet in ihrem Bezirk bis 2030 gut 2.550 Nachfolgen. Insgesamt gibt es in Niedersachsen sieben IHKs, die in der IHK Niedersachsen (IHKN) zusammenarbeiten: Braunschweig, Elbe-Weser, Hannover, Lüneburg-Wolfsburg, die Oldenburgische IHK, Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim sowie die IHK für Ostfriesland und Papenburg. Die IHK Hannover bietet Nachfolge-Sprechtage gemeinsam mit der Steuerberaterkammer Niedersachsen an, dazu Finanzierungssprechtage mit der NBank. Nachfolgemoderatorinnen und -moderatoren bei IHKs und Handwerkskammern fördert die NBank mit bis zu 75 % der Kosten.
Bei der Finanzierung unterscheidet sich Niedersachsen in Details von anderen Ländern. Die Bürgschaftsbank Niedersachsen verbürgt in ihrer Classic-Bürgschaft bis zu 80 % eines Kredits, höchstens aber 2,0 Mio. Euro je Kreditnehmereinheit. In Sachsen liegt die Grenze bei 2,5 Mio. Euro. Eigenkapital kommt über NMittelstand der NBank-Tochter NBank Capital: stille oder offene Minderheitsbeteiligungen bis 5 Mio. Euro mit 7 bis 10 Jahren Laufzeit, ausdrücklich auch für MBO, MBI und Nachfolgeregelungen. Kleinere Übernahmen finanziert der MikroSTARTer Niedersachsen mit 5.000 bis 40.000 Euro. Im Handwerk gibt es nach einer Übernahme 10.000 Euro Gründungsprämie für jeden neu geschaffenen Vollzeitarbeitsplatz. Gehören Grundstücke zum Betrieb, fallen 5,0 % Grunderwerbsteuer an, unverändert seit 2014.
Bürgschaftsbank und MBG Niedersachsen zeichnen gelungene Übergaben seit 2025 mit dem ERNA-Award aus.
Wir arbeiten mit Mandanten in Niedersachsen persönlich und überregional, ohne ein eigenes Büro in Hannover oder an der Küste zu unterhalten. Für die entscheidenden Termine sind wir vor Ort.
Sprechen wir vertraulich über Ihre Nachfolge in Niedersachsen.