Kaum eine Branche hat in den letzten Jahren einen so schnellen Bewertungszyklus durchlaufen wie der E-Commerce: erst die Aggregator-Welle mit Rekordpreisen für Amazon-Händler, dann die Korrektur. Heute zahlen Käufer wieder — aber sie prüfen härter. Wer die neuen Maßstäbe kennt, kann seinen Online-Shop oder seine D2C-Marke weiterhin gut verkaufen; wer mit den Schlagzeilen von 2021 im Kopf in den Markt geht, wird enttäuscht. Diese Seite ordnet ein, was heute realistisch ist.
Die Aggregatoren, die bis 2022 in großem Stil Amazon-Händler aufkauften, sind als Käufergruppe weitgehend verschwunden. Heute prägen drei Gruppen den Markt:
Käufer bewerten heute rund 30–40 % unter den Spitzen-Multiples der Aggregator-Zeit und prüfen deutlich strenger auf Deckungsbeitrag und Kanalrisiko (Quelle: CT Acquisitions, 2026). Das ist kein schlechter Markt — sondern ein normalisierter.
Die Bewertungsbasis hängt von der Größe ab (Quellen: Flippa-Transaktionsdaten Ende 2024; CT Acquisitions 2026; FE International 2025):
Wichtiger als die Spanne sind die Treiber, die über das obere oder untere Ende entscheiden:
Eine seriöse Unternehmensbewertung ersetzt diese Orientierungswerte nicht — sie ergibt sich aus Zahlen, Kanalmix und Käufersituation im Einzelfall.
Im Zentrum stehen Kohortendaten und Wiederkaufraten, die Werbekostenquote je Kanal, Retourenquoten sowie die Plattform-Compliance — bei Amazon-Geschäften insbesondere die Konto-Gesundheit. Dazu kommen Markenrechte, Lieferantenverträge und Exklusivitäten sowie die umsatzsteuerliche Sauberkeit im grenzüberschreitenden Handel (OSS). Branchenüblich sind Earn-Out-Komponenten und eine separate Regelung für das Warenlager: Verkaufsfähiges Inventar wird meist zum Einstandswert übernommen, Altbestände werden abgewertet — ein eigener Verhandlungspunkt, der im Vorfeld oft unterschätzt wird.
IGCP Capital Partners begleitet seit über 20 Jahren Unternehmensverkäufe und Nachfolgen — über 100 abgeschlossene Transaktionen, 100 % unabhängig, ohne Bindung an Banken oder Beteiligungsgesellschaften. Im E-Commerce zuletzt öffentlich: die Begleitung von Gate to the Games beim Verkauf an die SIMBA-DICKIE-Gruppe 2023.
Während am Markt für einen Unternehmensverkauf üblicherweise 6–12 Monate veranschlagt werden, führen wir strukturierte Prozesse in der Regel in 3–6 Monaten zum Abschluss — diskret, ohne dass Kunden, Lieferanten oder Wettbewerber vorzeitig davon erfahren.
Wenn Sie den Verkauf Ihres E-Commerce-Unternehmens durchdenken möchten, sprechen Sie vertraulich mit uns — eine erste Einschätzung ist unverbindlich.