EBITDA-Multiple nach Branche: Bewertungs-Multiplikatoren im Überblick
IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Aktuelle EBITDA-Multiple-Spannen im DACH-Raum für 20 Branchen (DUB KMU Multiples, Stand Q3/2026) — und warum die Tabelle nur der Startpunkt ist, nicht das Preisschild.
Branchen-Multiples geben einen Korridor vor — der belastbare Wert Ihres Unternehmens entsteht innerhalb dieses Korridors, entlang klar benennbarer Werttreiber. Diese Seite zeigt die aktuellen DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026) für 20 Branchen und drei Größenklassen mit Quelle, ordnet ein, was das Multiple im Einzelfall hebt oder senkt, und erklärt, warum eine Tabelle nie ein Preis ist.
Die Kennzahl dahinter — Enterprise Value im Verhältnis zum bereinigten EBITDA — ist in EV/EBITDA im Detail erklärt.
Eine erste Einordnung für Ihr Unternehmen liefert unser Unternehmenswert-Rechner; die vollständige Analyse ordnet unsere Unternehmensbewertung ein.
Was ist ein EBITDA-Multiple?
Ein EBITDA-Multiple ist der Faktor, mit dem das bereinigte EBITDA multipliziert wird, um den Unternehmenswert (Enterprise Value) näherungsweise zu bestimmen. Der Faktor stammt aus Preisen vergleichbarer Unternehmen, hängt von Branche und Größe ab und ist ein Korridor, kein Preis für ein einzelnes Unternehmen.
Ein Multiple ist schnell erklärt: Man nimmt das EBITDA — das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — und multipliziert es mit einem branchenüblichen Faktor. Das Ergebnis ist eine Hausnummer für den Unternehmenswert. So weit die Theorie.
In der Praxis wird das Multiple auf ein normalisiertes EBITDA angewendet: bereinigt um Sondereffekte, ein marktübliches Geschäftsführergehalt und einmalige Posten. Wie das Verfahren im Detail rechnet, zeigt der Artikel zum Multiplikatorverfahren; die Frage, ob EBIT oder EBITDA die richtige Basis ist, behandelt EBIT oder EBITDA.
Den vollständigen Ablauf finden Sie unter Unternehmen verkaufen.
Enterprise Value vs. Equity Value
Ein Punkt, der regelmäßig übersehen wird: Das Multiple liefert in der Regel den Unternehmenswert (Enterprise Value) — nicht den Betrag, der beim Verkäufer ankommt. Davon werden Nettofinanzschulden abgezogen (oder Nettoliquidität addiert). Erst danach steht der Wert des Eigenkapitals. Was zur Nettoverschuldung zählt und wie sie berechnet wird, erklärt Net Debt.
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Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026) liegen die EBITDA-Multiples für Unternehmen mit 5 bis 50 Mio. € Umsatz je nach Branche zwischen 3,6x und 9,0x. Am oberen Ende stehen Medizintechnik und Software, am unteren Konsumgüter und Fahrzeugbau. Die Tabelle zeigt alle 20 Branchen der Erhebung in drei Größenklassen. Es sind Spannen aus einer Marktbeobachtung, keine Preise für ein einzelnes Unternehmen.
| Branche (EBITDA-Multiple) | Micro-Cap (< 5 Mio. € Umsatz) | Small-Cap (5–50 Mio. € Umsatz) | Mid-Cap (> 50 Mio. € Umsatz) |
|---|---|---|---|
| Maschinen- und Anlagenbau | 3,6–5,1x | 4,6–6,0x | 5,6–7,3x |
| Fahrzeugbau & Automotive | 2,7–4,5x | 3,9–5,1x | 4,7–6,1x |
| Elektrotechnik & Elektronik | 4,2–6,0x | 5,7–7,6x | 6,8–8,5x |
| Metallverarbeitung & Fertigungstechnik | 3,4–4,2x | 4,1–5,5x | 5,0–7,2x |
| Chemie, Kunststoffe & Verpackung | 3,6–4,6x | 5,4–6,5x | 6,5–8,1x |
| Medizintechnik & Life Sciences | 5,9–7,6x | 7,1–9,0x | 8,2–10,0x |
| Software & Digitale Plattformen | 5,6–7,6x | 7,2–9,0x | 8,3–10,6x |
| IT-Services & Systemhäuser | 5,2–6,7x | 6,3–8,5x | 7,1–9,6x |
| Medien, Marketing & Agenturen | 3,2–5,0x | 4,4–6,3x | 6,0–7,5x |
| Telekommunikation & Infrastruktur | 4,2–6,1x | 5,7–7,2x | 6,3–7,7x |
| Gesundheitswesen: Pflege & Dienstleister | 4,0–5,9x | 6,0–8,1x | 8,6–10,1x |
| Unternehmensnahe Dienstleistungen (B2B) | 3,8–5,7x | 5,0–7,2x | 6,4–8,0x |
| Bauhaupt- & Baunebengewerbe (Handwerk) | 3,7–5,0x | 4,4–5,8x | 5,0–6,8x |
| Immobilien-Dienstleistungen & Facility Management | 4,1–5,0x | 5,0–6,9x | 6,5–8,1x |
| Finanzdienstleistungen & Versicherungsmakler | 4,7–5,9x | 6,0–7,2x | 8,4–10,0x |
| Nahrungs- & Genussmittel | 4,4–5,7x | 5,5–6,6x | 6,8–8,0x |
| Konsumgüter (Non-Food) | 2,5–4,0x | 3,6–5,6x | 4,8–6,3x |
| Handel: E-Commerce & Versand | 4,3–6,9x | 5,4–7,4x | 7,3–9,3x |
| Handel: Groß- & Einzelhandel (stationär) | 3,4–4,5x | 4,4–5,4x | 5,2–6,7x |
| Transport, Logistik & Spedition | 3,7–5,0x | 4,5–5,7x | 5,6–7,2x |
Quelle: DUB KMU Multiples, Stand Q3/2026, Deutsche Unternehmerbörse DUB.de GmbH – aggregierte Markteinschätzungen von über 25 M&A-Beratern und Finanzinstituten im deutschsprachigen Raum, quartalsweise aktualisiert; abgerufen am 23.10.2026. DUB weist als Stichtag nur das Quartal aus, kein Tagesdatum. Nach Angabe von DUB liegt die Mehrzahl der Unternehmen einer Branche in der ausgewiesenen Spanne, in begründeten Einzelfällen auch außerhalb. Die zugehörigen EBIT- und Umsatz-Multiples stehen im DUB-Report und sind hier nicht wiedergegeben.
Stand: Oktober 2026. Die Tabelle wurde am 16.10.2026 sowie erneut am 23.10.2026 und am 29.10.2026 gegen die DUB-Seite abgeglichen (Quartalsstand Q3/26, alle 20 Branchenzeilen unverändert).
Obere Hälfte der Small-Cap-Klasse. Die höchsten Obergrenzen nennt die Erhebung für Medizintechnik und Software (je 9,0x), gefolgt von IT-Services und Systemhäusern (8,5x) und dem Gesundheitswesen (8,1x, Pflege). Wiederkehrende Umsätze, Skalierbarkeit und stabile Nachfrage sind die Merkmale, die Käufer in diesen Branchen typischerweise höher gewichten.
Mittelfeld. Maschinenbau (4,6–6,0x), Kunststoffverarbeitung (Chemie, Kunststoffe & Verpackung, 5,4–6,5x), Elektronikfertigung (Elektrotechnik & Elektronik, 5,7–7,6x), Agenturen (4,4–6,3x), Lebensmittelproduktion (5,5–6,6x) und Personaldienstleistung (Unternehmensnahe Dienstleistungen, 5,0–7,2x) und Gebäudedienste (Immobilien-Dienstleistungen & Facility Management, 5,0–6,9x) liegen dazwischen. Die Bandbreite innerhalb einer Zeile ist erheblich; sie wird durch die weiter unten genannten Werttreiber bestimmt.
Untere Obergrenzen. Fahrzeugbau und Automotive (5,1x), stationärer Groß- und Einzelhandel (5,4x), Metallverarbeitung (5,5x), Konsumgüter (5,6x), Transport und Logistik (5,7x) sowie Bau und Handwerk (5,8x) haben die niedrigsten Obergrenzen. Nicht, weil diese Unternehmen weniger wert wären, sondern weil Käufer für Projektgeschäft, hohe Kapitalbindung, Zyklik und Inhaberabhängigkeit niedrigere Faktoren ansetzen.
Größe verschiebt den Faktor stärker als vieles andere. In 19 der 20 Branchen liegt die Obergrenze der Micro-Cap-Klasse unter der Untergrenze der Mid-Cap-Klasse; nur im Bauhaupt- und Baunebengewerbe sind beide gleich (5,0x). Wer eine Mid-Cap-Zahl aus der Presse auf einen Betrieb mit 4 Mio. € Umsatz überträgt, rechnet mit einem Faktor, der für diese Größe nicht gilt.
Wichtig: Das ist eine relative Einordnung. „Obere Hälfte" oder „untere Obergrenze" heißt nicht, dass es keine Ausreißer gibt – und schon gar nicht, dass ein konkreter Betrieb dort landet, wo die Branchenspanne liegt.
Ihr tatsächliches Multiple hängt vom Einzelfall ab — ermitteln Sie eine erste Orientierung mit unserem Unternehmenswert-Rechner oder sprechen Sie mit uns.
Was das Multiple innerhalb einer Branche hebt oder senkt
Die Branche gibt den Korridor vor. Wo im Korridor ein konkretes Unternehmen liegt, entscheiden wenige, immer gleiche Faktoren. Zwei Betriebe derselben Branche können sehr unterschiedliche Multiples erzielen — der Unterschied liegt fast immer hier:
- Anteil wiederkehrender oder vertraglich gesicherter Umsätze. Wartungs-, Service- und Abonnementverträge werden höher bewertet als reines Projektgeschäft.
- Abhängigkeit vom Inhaber. Je stärker Kundenbeziehungen, Know-how und Entscheidungen an einer Person hängen, desto niedriger das Multiple.
- Wachstum und Wachstumsperspektive. Ein Unternehmen mit belegter Wachstumsdynamik und plausibler Fortschreibung wird höher bewertet als eines, das stagniert oder schrumpft.
- Margenqualität und -stabilität. Nicht nur die Höhe der Marge zählt, sondern auch ihre Schwankungsbreite über die Jahre.
- Kundenkonzentration. Klumpenrisiken — wenige Großkunden mit hohem Umsatzanteil — drücken das Multiple spürbar.
- Auftragsbestand. Ein gefüllter Backlog reduziert die wahrgenommene Unsicherheit und stützt die Bewertung.
- Zweite Führungsebene und Managementtiefe. Ein Unternehmen, das ohne den Inhaber funktioniert, ist für einen Käufer wesentlich mehr wert.
- Bilanzqualität. Saubere Abgrenzungen, dokumentiertes Anlagevermögen, transparente Working-Capital-Struktur — all das reduziert Preisabschläge in der Verhandlung.
Welche dieser Stellschrauben sich vor einem Verkauf am stärksten auszahlen, haben wir in „Unternehmenswert steigern" zusammengefasst.
Wo Ihr Unternehmen bei der Verkaufsreife heute steht, ordnet der Exit-Readiness-Test zur Verkaufsreife als strukturierte Selbsteinschätzung ein: rund 15 Minuten, ein Score über sieben Dimensionen, kostenpflichtig. Er ersetzt keine Unternehmensbewertung.
Ob Ihr Unternehmen im oberen oder unteren Bereich des Branchenkorridors liegt, lässt sich nur am Einzelfall beurteilen. Für eine unabhängige Einordnung: sprechen Sie mit uns.
Was die Tabelle kann – und was nicht
Eine Branchentabelle gibt eine einfache Antwort auf eine komplexe Frage. Genau darin liegt ihr Risiko: Sie suggeriert eine Genauigkeit, die es im Einzelfall nicht gibt.
Die DUB-Werte sind aggregierte Einschätzungen von M&A-Beratern und Finanzinstituten, keine einzeln offengelegten Transaktionen. Andere Quellen, etwa Transaktionsdatenbanken oder Beratungshäuser, weichen je nach Erhebungszeitpunkt, Größenklasse und Branchenabgrenzung ab. Ein Faktor, aus einer Tabelle abgelesen und mit dem eigenen EBITDA multipliziert, ergibt deshalb eine Hausnummer, aber selten den Preis, der in einem realen Prozess zustande käme.
Belastbar wird eine Einordnung erst aus den konkreten Zahlen, der Struktur und der Käuferlandschaft eines einzelnen Unternehmens. Wir veröffentlichen die Spannen deshalb mit Quelle, Stand und Abrufdatum und lesen sie als Orientierung: Liegt eine Preisvorstellung weit außerhalb der Spanne der eigenen Größenklasse, ist das ein Anlass, die Annahmen zu prüfen.
Branchenmultiplikatoren: welche es gibt und wie man sie liest
Branchenmultiplikatoren sind typische Bewertungsfaktoren einer Branche — je nach Bezugsgröße als EBITDA-, EBIT- oder Umsatz-Multiple. Sie geben eine erste Orientierung, welchen Rahmen ein Verkauf in einer Branche üblicherweise hat, ersetzen aber keine Bewertung des einzelnen Unternehmens.
Welcher Multiplikator sinnvoll ist, hängt vom Geschäftsmodell ab. Bei ertragsstarken, etablierten Unternehmen ist das EBITDA-Multiple der Standard, weil es die operative Ertragskraft abbildet. Das EBIT-Multiple wird genutzt, wenn Abschreibungen — etwa bei anlagenintensiven Betrieben — den Wert wesentlich mitbestimmen. Das Umsatz-Multiple kommt dort zum Einsatz, wo der Gewinn noch wenig aussagt. Entscheidend ist, den Faktor nicht als Preisformel misszuverstehen: Größe, Wachstum, Ertragsqualität und Abhängigkeiten verschieben ihn innerhalb einer Branche erheblich. Wie das Verfahren rechnet, zeigt das Multiplikatorverfahren; die vollständige Einordnung liefert eine Unternehmensbewertung.
Umsatzmultiple nach Branche: wann der Umsatz zählt
Ein Umsatzmultiple bewertet ein Unternehmen als Vielfaches seines Umsatzes statt seines Gewinns. Es wird vor allem in Branchen herangezogen, in denen Wachstum und wiederkehrende Erlöse mehr über den Wert aussagen als der aktuelle Gewinn — klassisch bei Software und SaaS, wo ein hoher Anteil planbarer Abo-Umsätze ein höheres Umsatz-Vielfaches rechtfertigt.
Die Spanne der Umsatzmultiplikatoren ist noch breiter als beim EBITDA und hängt stark vom Geschäftsmodell ab: Ein wachstumsstarkes Software-Unternehmen mit hoher Marge wird als deutlich höheres Vielfaches des Umsatzes gehandelt als ein margenschwacher Handels- oder Dienstleistungsbetrieb. Ein Umsatzmultiple ist deshalb nur mit Blick auf die Ertragslage sinnvoll zu lesen — eine hohe Umsatzzahl allein sagt wenig über den Wert. Auch hier gilt, was für jede Branchentabelle gilt: Der Faktor ist Orientierung, nicht Ergebnis. Den belastbaren Wert liefert erst die Rechnung am konkreten Unternehmen.
Wie Sie die im Faktor versteckte Margenannahme sichtbar machen und ein Umsatzmultiple in ein EBITDA-Multiple umrechnen, zeigt Umsatzmultiple nach Branche.
Wie berechnet man den Unternehmenswert mit dem EBITDA-Multiple?
Man multipliziert das bereinigte EBITDA mit dem Multiple der passenden Branche und Größenklasse. Das Ergebnis ist der Unternehmenswert (Enterprise Value), von dem die Nettofinanzschulden abgezogen werden, um den Wert des Eigenkapitals zu erhalten.
| Schritt | Rechnung | Beispiel (frei gewählt) |
|---|---|---|
| Bereinigtes EBITDA | Ausgangsgröße | 1.000.000 € |
| EBITDA-Multiple | aus Branche und Größenklasse | 5,0x |
| Unternehmenswert (Enterprise Value) | EBITDA × Multiple | 5.000.000 € |
| Nettofinanzschulden | Finanzschulden minus liquide Mittel | 800.000 € |
| Wert des Eigenkapitals | Unternehmenswert − Nettofinanzschulden | 4.200.000 € |
Rechenillustration von IGCP Capital Partners GmbH mit frei gewählten Zahlen, keine Marktaussage und kein Preis für ein einzelnes Unternehmen.
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Vom Multiple zum echten Preis
Ein Branchen-Multiple sagt, ob eine Preisvorstellung im realistischen Rahmen liegt. Es sagt nicht, was am Ende auf dem Vertrag steht. Den Unterschied macht ein konkreter Käufer mit einem konkreten Grund, mehr zu zahlen als der Durchschnitt — und ein strukturierter Prozess, in dem mehrere Interessenten um Ihr Unternehmen konkurrieren.
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Ihre Branche im Detail
Typische Käufer, Werttreiber und Prozessbesonderheiten je Branche:
Industrie & Produktion: Maschinenbau & Produktion · Kunststoffverarbeitung · Elektronikfertigung (EMS) · Automotive-Zulieferer · Medizintechnik · Verpackung & Druck · Lebensmittelproduktion
Bau & Handwerk: Handwerksbetrieb · Bauunternehmen · SHK, Elektro & TGA · Sanierungsunternehmen
IT, Software & Tech: Software & SaaS · IT-Dienstleister & Systemhaus · KI & Cybersecurity · CAFM- & FM-Software · Online-Shop / E-Commerce
Dienstleistung & Handel: Agentur · Personaldienstleister · Gebäudedienstleister · Ingenieurbüro · Steuerkanzlei · Hausverwaltung & Immobilien · Spedition & Logistik · Großhandel · Entsorgung & Recycling · Energie- & GreenTech
Gesundheit, Mobilität & Gastgewerbe: Pflegedienst · Tierarztpraxis · Autohaus & KFZ · Hotel & Gastronomie
Häufige Fragen
Welche Branche erzielt die höchsten Multiples?
Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026) stehen Medizintechnik & Life Sciences sowie Software & Digitale Plattformen mit je bis zu 9,0x in der Größenklasse 5–50 Mio. € Umsatz am oberen Ende. Der Grund liegt nicht im Produkt selbst, sondern in den Merkmalen, die diese Geschäftsmodelle typischerweise mitbringen: hoher Anteil wiederkehrender Umsätze, gute Skalierbarkeit, geringe Kapitalbindung, planbare Wachstumsmuster. IT-Services (bis 8,5x) und Pflege- und Gesundheitsdienstleister (bis 8,1x) folgen.
Warum sind die Multiples im Handwerk niedriger?
Klassisches Handwerk ist stark inhaberabhängig, häufig kleiner strukturiert und projektgetrieben. Alle drei Punkte drücken den Faktor, den ein Käufer ansetzt. Wer die Inhaberabhängigkeit reduziert, eine zweite Führungsebene aufbaut und Service- oder Wartungsanteile ausweist, verschiebt sich innerhalb der Bandbreite spürbar nach oben.
Gibt es eine Multiple-Tabelle nach Branche?
Ja, als Orientierung: Die DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026, abgerufen am 23.10.2026) weisen EBITDA-Spannen für 20 Branchen in drei Größenklassen aus. Als belastbarer Preis taugt keine Tabelle. Kursierende Werte weichen je nach Quelle, Erhebungszeitpunkt und Größenklasse erheblich voneinander ab. Für die eigene Situation entscheidend sind die Werttreiber Ihres Unternehmens — Umsatzqualität, Inhaberabhängigkeit, Wachstum, Kundenkonzentration, Managementtiefe, Bilanzqualität. Erst deren Ausprägung sagt, wo im Branchenkorridor ein konkreter Betrieb liegt.
Welches EBITDA-Multiple ist für mein Unternehmen realistisch?
Das hängt von Branche, Größe, Wachstum, Umsatzqualität und Inhaberabhängigkeit ab. Die Branche gibt den Rahmen vor; wo genau Sie liegen, entscheiden die Werttreiber. Eine seriöse Einordnung kombiniert das Multiple mit anderen Methoden und prüft die Plausibilität am Einzelfall.
Gilt das Multiple auf den Umsatz oder auf den Gewinn?
Die hier beschriebenen Faktoren beziehen sich auf das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Umsatz-Multiples werden vor allem bei stark wachsenden, noch wenig profitablen Unternehmen ergänzend herangezogen — sie liegen in einer anderen Größenordnung und sind nicht direkt mit EBITDA-Multiples vergleichbar.
Bekomme ich den errechneten Betrag ausgezahlt?
Nicht unbedingt. Das Multiple liefert meist den Unternehmenswert (Enterprise Value). Davon werden Nettofinanzschulden abgezogen, bevor der Wert des Eigenkapitals feststeht. Auch die Kaufpreisstruktur — etwa Earn-out oder Verkäuferdarlehen — beeinflusst, wie viel wann tatsächlich fließt. Details zur Abgrenzung: Net Debt.
Was sind Branchenmultiplikatoren?
Typische Bewertungsfaktoren einer Branche — meist als EBITDA-, EBIT- oder Umsatz-Multiple. Sie liefern eine erste Orientierung, ersetzen aber keine fundierte Bewertung: Größe, Wachstum, Ertragsqualität und Abhängigkeiten verschieben den konkreten Faktor deutlich. Wie das Verfahren rechnet, zeigt das Multiplikatorverfahren.
Was ist ein gutes EBITDA-Multiple?
Ein pauschal gutes Multiple gibt es nicht, es hängt von Branche und Größe ab. Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026) liegen die Spannen in der Größenklasse 5–50 Mio. € Umsatz je nach Branche zwischen 3,6x und 9,0x. Wo ein Unternehmen innerhalb seiner Branchenzeile landet, bestimmen die oben genannten Werttreiber.
Wie hoch ist das EBITDA-Multiple im Maschinenbau?
Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026) liegt das EBITDA-Multiple im Maschinen- und Anlagenbau bei 4,6–6,0x in der Größenklasse 5–50 Mio. € Umsatz. Kleinere Betriebe (unter 5 Mio. €) liegen bei 3,6–5,1x, größere (über 50 Mio. €) bei 5,6–7,3x.
Wie hoch ist das EBITDA-Multiple bei Software-Unternehmen?
Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026) liegt das EBITDA-Multiple bei Software und digitalen Plattformen bei 7,2–9,0x in der Größenklasse 5–50 Mio. € Umsatz. Kleinere Unternehmen (unter 5 Mio. €) liegen bei 5,6–7,6x, größere (über 50 Mio. €) bei 8,3–10,6x. Das sind Spannen aus einer Marktbeobachtung, keine Preise.
Wie hoch ist das EBITDA-Multiple im Gesundheitswesen?
Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026, abgerufen am 29.10.2026) liegt das EBITDA-Multiple im Gesundheitswesen (Pflege und Dienstleister) bei 6,0–8,1x in der Größenklasse 5–50 Mio. € Umsatz. Kleinere Betriebe (unter 5 Mio. €) liegen bei 4,0–5,9x, größere (über 50 Mio. €) bei 8,6–10,1x. Das sind Spannen aus einer Marktbeobachtung, keine Preise für ein einzelnes Unternehmen.
Wie hoch ist das EBITDA-Multiple bei B2B-Dienstleistungen?
Nach den DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026, abgerufen am 29.10.2026) liegt das EBITDA-Multiple bei unternehmensnahen Dienstleistungen (B2B) bei 5,0–7,2x in der Größenklasse 5–50 Mio. € Umsatz. Kleinere Unternehmen (unter 5 Mio. €) liegen bei 3,8–5,7x, größere (über 50 Mio. €) bei 6,4–8,0x. Das sind Spannen aus einer Marktbeobachtung, keine Preise für ein einzelnes Unternehmen.
Wie hoch ist das EBIT-Multiple nach Branche?
Die DUB KMU Multiples (Stand Q3/2026, abgerufen am 30.10.2026) weisen auf ihrer öffentlichen Seite nur EBITDA-Multiples aus; die EBIT- und Umsatz-Multiples stehen im DUB-Report als PDF und sind hier nicht wiedergegeben. Ein EBIT-Multiple lässt sich aber aus dem EBITDA-Multiple ableiten und liegt bei gleichem Unternehmenswert höher, weil das EBIT um die Abschreibungen kleiner ist als das EBITDA. Rechenillustration mit frei gewählten Zahlen: Bei einem EBITDA von 1.000.000 €, Abschreibungen von 200.000 € und damit einem EBIT von 800.000 € ergibt ein Unternehmenswert von 5.000.000 € ein EBITDA-Multiple von 5,0x und ein EBIT-Multiple von 6,25x. Welche Basis zum Geschäftsmodell passt, erklärt EBIT oder EBITDA.
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