Information Memorandum: das zentrale Dokument beim Verkauf
IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Das Information Memorandum ist das zentrale Verkaufsdokument. Es beschreibt das Unternehmen umfassend und dient als Grundlage für indikative Angebote.
Das Information Memorandum ist das zentrale Verkaufsdokument. Es stellt das Unternehmen umfassend dar und dient interessierten Käufern als Grundlage für ihre erste Bewertung. Im deutschen Sprachraum heißt es auch Exposé oder Verkaufsprospekt.
Das Memorandum wird nicht offen verteilt. Interessenten erhalten es erst nach einem anonymen Teaser und nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Erst dann wird der Name des Unternehmens offengelegt.
Definition und Funktion
Das Information Memorandum ist die qualitative Geschichte des Unternehmens in strukturierter Form. Es beantwortet die Fragen, die ein Käufer vor einem ernsthaften Angebot stellt: Was macht das Unternehmen, in welchem Markt, mit welchen Zahlen und welcher Perspektive.
Es dient als Grundlage für das indikative Angebot. Auf seiner Basis entscheidet ein Interessent, ob und in welcher Größenordnung er ein Angebot abgibt. Ein schwaches Memorandum kostet Angebote und mindert den Wettbewerb im Verfahren.
Aufbau und Inhalt
Ein Information Memorandum umfasst in der Praxis oft mehrere Dutzend Seiten. Der Aufbau folgt meist einer bewährten Struktur:
- Executive Summary: die verdichtete Kernbotschaft, oft das meistgelesene Kapitel.
- Unternehmen und Geschäftsmodell: Historie, Struktur, Wertschöpfung, Produkte und Leistungen.
- Markt und Wettbewerb: Marktumfeld, Position, Kunden und Wettbewerber.
- Finanzen: historische Zahlen, aktuelle Lage und eine Planung mit nachvollziehbaren Annahmen.
- Mitarbeiter und Organisation: Führungsstruktur und Schlüsselpersonen.
- Transaktionsstruktur: Verkaufsgegenstand, geplanter Ablauf, Rahmenbedingungen.
Entscheidend ist die Balance. Das Memorandum soll überzeugen, ohne zu beschönigen. Käufer prüfen jede Aussage später in der Due Diligence. Zu optimistische Darstellungen fallen dort auf und beschädigen das Vertrauen.
Abgrenzung: Teaser, Information Memorandum, Factbook
Die drei Dokumente unterscheiden sich in Detailtiefe und Zeitpunkt.
| Merkmal | Teaser | Information Memorandum | Factbook |
|---|---|---|---|
| Zweck | Interesse wecken | umfassend informieren | Daten belegen |
| Detailgrad | knapp, ein bis zwei Seiten | umfassend, viele Seiten | tiefe operative Kennzahlen |
| Anonymität | anonymisiert | Name offengelegt | Name offengelegt |
| Zeitpunkt | vor NDA | nach NDA | in oder vor der Due Diligence |
| Charakter | qualitativ, werbend | qualitativ und quantitativ | quantitativ, datengetrieben |
Der Teaser wird an einen größeren Kreis versandt und nennt das Unternehmen nicht. Das Memorandum folgt nach der Vertraulichkeitsvereinbarung. Das Factbook liefert später harte operative Kennzahlen als datengetriebene Ergänzung. Wie sich diese Dokumente in den Gesamtprozess einordnen, zeigt der Ablauf eines Unternehmensverkaufs.
Die Rolle von Diskretion und NDA
Ein Verkaufsprozess ist heikel. Wird er früh bekannt, verunsichert das Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Deshalb steht Diskretion an erster Stelle.
Der anonyme Teaser schützt die Identität in der ersten Ansprache. Erst nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) erhält ein Interessent das Memorandum mit dem Namen und den Details. So bleibt die Kontrolle über sensible Informationen beim Verkäufer. Eine strukturierte Vorbereitung stützt auch die Unternehmensbewertung, weil belastbare Zahlen den Verhandlungsspielraum sichern.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Teaser und Information Memorandum?
Der Teaser ist eine kurze, anonymisierte Kurzdarstellung, die Interesse wecken soll. Das Information Memorandum ist das ausführliche Verkaufsdokument mit Namen und Details. Es wird erst nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung herausgegeben.
Wie lang ist ein Information Memorandum?
Es gibt keine feste Länge. In der Praxis umfasst es häufig mehrere Dutzend Seiten. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass alle wesentlichen Fragen eines Käufers klar und belegbar beantwortet werden.
Wann erhält ein Interessent das Memorandum?
Nach zwei Schritten: erst der anonyme Teaser, dann die Vertraulichkeitsvereinbarung. Erst danach wird das Memorandum mit dem Namen des Unternehmens übergeben.
Wozu dient das Factbook zusätzlich zum Memorandum?
Das Memorandum erzählt die qualitative Geschichte. Das Factbook liefert die harten operativen Kennzahlen als datengetriebene Ergänzung. Es kommt später zum Einsatz, meist in oder vor der Due Diligence.
Wer erstellt das Information Memorandum?
In der Regel der M&A-Berater gemeinsam mit dem Unternehmer. Der Unternehmer liefert Wissen und Zahlen, der Berater strukturiert, ordnet ein und formuliert. Ziel ist eine korrekte, überzeugende und prüfungsfeste Darstellung.
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Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde von IGCP Capital Partners auf Basis eigener Transaktionserfahrung erstellt. Bei Recherche und Ausarbeitung kommen auch KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz; alle Inhalte werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft.