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    Carve-out: Unternehmensteile sauber herauslösen und verkaufen

    IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

    Carve-out: Unternehmensteile sauber herauslösen und verkaufen

    Ein Carve-out ist die Herauslösung eines abgegrenzten Unternehmensteils zum Verkauf. Kern der Aufgabe ist die saubere Entflechtung vom verbleibenden Geschäft.

    Ein Carve-out ist die Herauslösung eines abgegrenzten Unternehmensteils zum Verkauf. Verkauft wird nicht die ganze Gesellschaft, sondern eine Sparte, ein Geschäftsbereich, eine Produktlinie oder eine Tochtergesellschaft. Der Verkäufer besteht danach fort und führt die verbleibenden Teile weiter.

    Der Kern der Aufgabe ist die Trennung. Der verkaufte Teil ist meist eng mit dem Rest verwoben. Diese Verflechtung zu lösen ist die eigentliche Arbeit eines Carve-outs.

    Definition und typische Anlässe

    Beim Carve-out wird ein Teil eines integrierten Unternehmens verkauft und aus dem Verbund gelöst. Charakteristisch ist die gegenseitige Abhängigkeit zwischen dem verkauften Teil und dem verbleibenden Geschäft. Besonders bei zentralen Funktionen wie IT, Personal, Buchhaltung und Einkauf.

    Typische Anlässe:

    • Fokussierung auf das Kerngeschäft, Trennung von Randaktivitäten
    • Verkauf einer Sparte, die nicht mehr zur Strategie passt
    • Auflösung einer Beteiligung im Rahmen einer Nachfolge
    • Regulatorische Auflagen oder Kapitalbedarf

    Die zentrale Herausforderung: Entflechtung und Stand-alone-Fähigkeit

    Ein herausgelöster Bereich muss allein lebensfähig sein. Das nennt man Stand-alone-Fähigkeit. Solange der Bereich Dienste des Mutterhauses nutzt, ist er das nicht vollständig.

    Die Entflechtung betrifft mehrere Ebenen:

    • IT-Systeme: gemeinsame ERP-, Buchhaltungs- und Kommunikationssysteme müssen getrennt oder neu aufgebaut werden.
    • Verträge: Kunden-, Lieferanten- und Mietverträge müssen zugeordnet und teils neu verhandelt werden.
    • Personal: Mitarbeiter müssen eindeutig zugeordnet werden. Geteilte Funktionen sind heikel.
    • Lizenzen und Marken: Rechte an Software, Patenten und Marken müssen sauber aufgeteilt werden.

    Diese Verflechtung erzeugt Kosten und Komplexität. Wird sie nicht sorgfältig gesteuert, mindert sie den Wert der Transaktion spürbar.

    Transitional Service Agreements (TSA)

    Selten ist der verkaufte Bereich am ersten Tag vollständig eigenständig. Deshalb schließen die Parteien häufig ein Transitional Service Agreement, kurz TSA. Darin verpflichtet sich der Verkäufer, dem Käufer bestimmte Dienste für eine begrenzte Zeit weiter bereitzustellen.

    Übliche Bereiche eines TSA sind IT-Betrieb, Buchhaltung, Personalabrechnung, Einkauf und Kundenservice. Die Laufzeit liegt in der Praxis oft zwischen mehreren Monaten und rund einem Jahr.

    Ein schlecht gefasstes TSA schafft eine Abhängigkeit, die weit über die vereinbarte Frist hinausreicht. Es verursacht dann Kosten und Konflikte, lange nachdem der Kaufpreis geflossen ist. Umfang, Preis und Ausstiegsregeln gehören deshalb präzise geregelt.

    Share-Carve-out vs. Asset-Carve-out

    Die Struktur entscheidet über Aufwand und Risiko der Übertragung.

    MerkmalShare-Carve-outAsset-Carve-out
    ÜbertragungsgegenstandAnteile einer bestehenden Tochtergesellschafteinzelne Vermögensgegenstände und Verträge
    VorbereitungBereich muss zuvor in eigene Gesellschaft überführt werdenZuordnung jedes Assets und Vertrags nötig
    VertragsübergangVerträge bleiben bei der GesellschaftVerträge oft nur mit Zustimmung übertragbar
    Komplexität der Trennungin der Regel geringerin der Regel höher
    Steuerliche Einordnunggesondert zu prüfengesondert zu prüfen

    Für die konkrete steuerliche und rechtliche Struktur ist eine Prüfung durch Steuerberater und Anwalt erforderlich. Wie die Anteilsstruktur den Ablauf prägt, zeigt sich auch beim Ablauf eines GmbH-Verkaufs.

    Zeit und Komplexität

    Ein Carve-out dauert länger als der Verkauf einer eigenständigen Gesellschaft. Die Vorbereitung, also Entflechtung, Aufbau der Stand-alone-Struktur und Verhandlung des TSA, beansprucht oft mehr Zeit als der eigentliche Verkaufsprozess. Der Käufer prüft die Trennbarkeit intensiv in der Due Diligence. Je klarer die Struktur, desto weniger Abschläge drohen.

    Häufige Fragen

    Was unterscheidet einen Carve-out von einem normalen Unternehmensverkauf?

    Beim normalen Verkauf wechselt die gesamte Gesellschaft den Eigentümer. Beim Carve-out wird nur ein Teil herausgelöst, während der Verkäufer den Rest behält. Die Trennung dieses Teils vom verbleibenden Geschäft ist die eigentliche Zusatzaufgabe.

    Wozu dient ein TSA?

    Ein Transitional Service Agreement überbrückt die Zeit, in der der verkaufte Bereich noch nicht vollständig eigenständig ist. Der Verkäufer liefert weiter definierte Dienste, etwa IT oder Buchhaltung, bis der Käufer eigene Strukturen aufgebaut hat.

    Ist ein Share- oder ein Asset-Carve-out besser?

    Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ein Share-Carve-out ist bei der Übertragung oft einfacher, setzt aber eine eigene Gesellschaft voraus. Ein Asset-Carve-out ist flexibler, aber aufwendiger. Die Entscheidung erfordert steuerliche und rechtliche Beratung.

    Wie lange dauert ein Carve-out?

    Länger als ein Standardverkauf. Ein wesentlicher Teil der Zeit fließt in die Vorbereitung: Entflechtung, Aufbau der Stand-alone-Fähigkeit und Verhandlung des TSA. Eine belastbare Pauschaldauer gibt es nicht, sie hängt vom Grad der Verflechtung ab.

    Warum kann ein Carve-out den Kaufpreis mindern?

    Weil Käufer Risiken der unvollständigen Trennung einpreisen. Unklare Vertragsübergänge, geteilte IT oder ein wackliges TSA erzeugen Abschläge. Eine saubere, dokumentierte Entflechtung reduziert diese Unsicherheit.

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    Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde von IGCP Capital Partners auf Basis eigener Transaktionserfahrung erstellt. Bei Recherche und Ausarbeitung kommen auch KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz; alle Inhalte werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft.