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In Stuttgart und Baden-Württemberg liegt eine der höchsten Dichten an industriellen Familienunternehmen und Hidden Champions weltweit. Für viele dieser Betriebe ist die Nachfolgefrage aktuell die zentrale unternehmerische Entscheidung. IGCP Capital Partners begleitet Sie – unabhängig, vertraulich, mit Sitz in Wien.
Wie oft Betriebe in Stuttgart tatsächlich den Inhaber wechseln, zeigt eine amtliche Quelle, die selten zitiert wird: die Gewerbeanzeigenstatistik. Im dritten Vierteljahr 2025 registrierten die Gewerbeämter im Stadtkreis 105 Anmeldungen wegen Übernahme eines bestehenden Betriebs und 108 Abmeldungen wegen Übergabe. Im selben Quartal wurden 652 Gewerbe wegen Aufgabe abgemeldet. In der gesamten Region Stuttgart standen 383 Übernahmen 347 Übergaben gegenüber.
Landesweit zählte das Statistische Landesamt für 2024 insgesamt 6.908 Gewerbeanmeldungen durch Übernahme; 5.010 davon gingen auf Erbfolge, Kauf oder Pacht zurück, der Rest auf Rechtsformwechsel oder Gesellschaftereintritt. Auf der Abmeldeseite standen 5.986 Übergaben, 3.458 davon durch Erbfolge, Verkauf oder Verpachtung.
Für die Nachfolge eines industriellen Familienunternehmens ist diese Statistik nur begrenzt aussagekräftig, und genau darin liegt ihr Nutzen: Wird eine GmbH durch Verkauf der Geschäftsanteile übergeben, bleibt die Gesellschaft selbst Gewerbetreibende, eine neue Anzeige entsteht nicht. Die Zahlen bilden deshalb vor allem Wechsel ab, bei denen der Gewerbetreibende selbst wechselt, typischerweise bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften. Wer in Stuttgart übergeben will, sollte darum früh klären, in welcher Rechtsform und als was übertragen wird – Anteile oder Betrieb. Davon hängen Steuer, Haftung und der Kreis möglicher Übernehmer ab. Ob am Ende eine familieninterne Nachfolge, ein MBO/MBI mit Beteiligungspartner oder der Verkauf an einen strategischen Käufer steht, ordnen wir mit Ihnen ein, bevor Dritte angesprochen werden.
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Statistischer Bericht „Gewerbeanzeigen in Baden-Württemberg im 3. Vierteljahr 2025“ (Artikel-Nr. 5522 25003, D I 2 – vj 3/25), 24.11.2025, Tabellen 1, 2 und 7, abgerufen am 24.09.2026.
Stuttgart hat den Gewerbesteuerhebesatz im Doppelhaushalt 2026/2027 von 420 auf 430 Prozent angehoben, befristet bis 2031. Bei einer Steuermesszahl von 3,5 Prozent ergibt das eine effektive Gewerbesteuerbelastung von 15,05 Prozent auf den Gewerbeertrag. Im Vergleich der großen deutschen Standorte liegt Stuttgart damit im unteren Mittelfeld – deutlich unter München mit 490 Prozent und unter Köln mit 475 Prozent. Für laufende Erträge ist das ein spürbarer Standortvorteil, den ein Käufer in seine Bewertung einpreist.
Für die Nachfolge selbst entscheidet die Struktur. Verkauft ein Gesellschafter im Privatvermögen gehaltene GmbH-Anteile (siehe GmbH verkaufen) ab einer Beteiligung von einem Prozent, greift das Teileinkünfteverfahren nach §17 EStG: 60 Prozent des Veräußerungsgewinns sind einkommensteuerpflichtig, Gewerbesteuer fällt nicht an. Über eine Holding-Kapitalgesellschaft sind nach §8b KStG effektiv 95 Prozent steuerfrei. Beim Asset Deal fällt der Gewinn dagegen auf Gesellschaftsebene an und unterliegt Körperschaft- und Gewerbesteuer. Gerade bei den anlagenintensiven Zulieferern der Region, wo Käufer aus Haftungsgründen häufig auf einen Asset Deal drängen, ist diese Differenz erheblich und gehört vor der ersten Käuferansprache durchgerechnet.
Baden-Württemberg erhebt 5,0 Prozent Grunderwerbsteuer. Bei den grundbesitzstarken Produktionsbetrieben der Region ist das kein Nebenschauplatz: Bei einem Grundbesitzwert von drei Millionen Euro sind 150.000 Euro fällig. Auch beim Share Deal lösen die Ergänzungstatbestände nach §1 Absatz 2b, 3 und 3a GrEStG die Steuer aus, sobald binnen zehn Jahren mindestens 90 Prozent der Anteile übergehen.
Stuttgart hat unter den 15 größten deutschen Städten den höchsten Industrieanteil, und seine Käuferlandschaft ist entsprechend spezialisiert: Automobilzulieferer aller Wertschöpfungsstufen, Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und Automatisierung, Präzisionstechnik und Medizintechnik. Dazu kommt eine dichte Schicht inhabergeführter Weltmarktführer, die selbst als Käufer auftreten, um Technologie oder Kapazität zuzukaufen.
Für Verkäufer bedeutet das eine Besonderheit: Der Transformationsdruck in der Automobilindustrie hat die Bewertungen im Zuliefererbereich stark gespreizt. Betriebe mit Abhängigkeit von Verbrennerkomponenten werden deutlich vorsichtiger bewertet als Unternehmen, die in Elektrifizierung, Leichtbau, Software oder in nicht-automobile Endmärkte diversifiziert haben. Diese Einschätzung fällt beim Käufer nicht am Ende der Due Diligence, sondern beim ersten Blick auf die Umsatzstruktur. Wer verkauft, sollte die Abhängigkeit von einzelnen Endmärkten und Kunden vorab sauber aufbereiten und mit Zahlen belegen, statt sie in der Due Diligence entdecken zu lassen.
Zuständig ist die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Sie bietet Nachfolgeberatung und Zugang zur Nachfolgebörse nexxt-change. Für die Erstorientierung ist das sinnvoll. Sobald mehrere Käufer parallel geführt und Bewertungen verhandelt werden, braucht es eine Mandatsführung, die den Prozess steuert – gerade wenn Käufer und Verkäufer in derselben Zulieferkette sitzen und Vertraulichkeit geschäftskritisch ist.
Familienunternehmer im Ländle denken über die Nachfolge oft schon lange nach – ohne den ersten Schritt zu gehen. Wir bringen Struktur in die Frage: Was ist die realistische Perspektive? Welche Rolle sollen Sie nach der Übergabe spielen? Welche Bedingungen sind Ihnen wichtiger als der maximale Preis? Erst danach folgt der Prozess.
Eine erste Wertindikation liefert unser Unternehmenswert-Rechner.
Die IHK Region Stuttgart geht davon aus, dass in ihrem Bezirk jedes Jahr mehr als 3.000 Unternehmen von einer möglichen Nachfolgeregelung betroffen sind. Für das Handwerk nennt die Handwerkskammer Region Stuttgart eine eigene Größenordnung: Bis zu 5.000 Betriebe in der Region suchen in den nächsten fünf Jahren einen Übernehmer (Stand Juli 2026).
Die IHK bietet eine kostenfreie Nachfolgemoderation an, die das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds fördert. Die Moderation reicht vom ersten Orientierungsgespräch – im Betrieb, in der IHK oder virtuell – über die Suche nach Nachfolgeinteressierten bis zur Moderation der Übergabegespräche. Einmal im Jahr lädt die Kammer zum Stuttgarter Nachfolgetag, einem Messeformat in der Jägerstraße 30, das 2026 zum 13. Mal stattfand. Für Übernahmeinteressierte gibt es zusätzlich den IHK Nachfolge-Club. Zu Finanzierungsfragen hält die IHK Sprechtage mit L-Bank, Bürgschaftsbank und MBG ab.
Die Handwerkskammer Region Stuttgart setzt eigene Moderatorinnen und Moderatoren für die Unternehmensnachfolge ein und hat betriebswirtschaftliche Berater nach Landkreisen aufgeteilt, einschließlich eines Ansprechpartners für den Stadtkreis Stuttgart. Seit dem 1. Juli 2026 betreiben die acht Handwerkskammern des Landes zudem die "Unternehmensbörse Handwerk" mit Chiffre-Inseraten und Matching nach Gewerk, Region und Betriebsgröße.
Für die Finanzierung der Übernahme stehen vier Bausteine zur Verfügung. Die Startfinanzierung 80 der L-Bank ist ein Förderdarlehen mit einer 80-prozentigen Bürgschaft der Bürgschaftsbank; seit dem 1. Dezember 2025 sind maximal 200.000 Euro je Unternehmer und 800.000 Euro je Unternehmen möglich. Die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (GuW-BW) reicht von 10.000 Euro bis 5 Millionen Euro und nennt den Erwerb von Unternehmen ausdrücklich als Verwendungszweck. Die Bürgschaftsbank verbürgt Haus- und Förderbankkredite zu 50 bis 80 Prozent, bis höchstens 2,0 Millionen Euro je Kreditnehmer; darüber ist die L-Bank zuständig. Die MBG beteiligt sich still an Übernahmen und an Management-Buy-outs oder -Buy-ins, in der Regel bis 750.000 Euro zu besonders geförderten Konditionen und bis maximal 1,5 Millionen Euro, bei zehn Jahren Laufzeit. Bei einem industriellen Familienunternehmen, dessen Kaufpreis deutlich über diesen Obergrenzen liegt, ersetzen diese Programme keine Bank- oder Investorenfinanzierung. Für ein Management-Team, dem Eigenkapital fehlt, können sie aber genau die Lücke schließen, an der eine interne Lösung sonst scheitert.
Wir unterhalten kein Büro in Stuttgart. IGCP Capital Partners sitzt in Wien. Für Managementpräsentationen, Verhandlungen und Notartermine sind wir vor Ort – dazwischen arbeiten wir überregional. In einer Region, in der Käufer und Verkäufer häufig in derselben Zulieferkette sitzen, ist ein Berater ohne lokale Verflechtung kein Nachteil, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Prozess vertraulich bleibt.
Weiterführend: Unternehmensnachfolge, Unternehmensnachfolge Baden-Württemberg, Unternehmensnachfolge Deutschland, Unternehmen verkaufen, M&A Berater Stuttgart, Investor finden Stuttgart.
Diese Seite ist für die geordnete Nachfolge – die Übergabe Ihres Unternehmens an Familie, Management (MBO/MBI) oder einen externen Nachfolger. Geht es Ihnen stattdessen darum, Kapital oder einen Beteiligungspartner an Bord zu holen, ohne auszusteigen? Dann ist Investor finden Stuttgart richtig. Suchen Sie den Berater, der einen Verkaufs- oder Nachfolgeprozess führt? Dann M&A Berater Stuttgart.
Sprechen wir vertraulich über Ihre Nachfolge in Stuttgart oder Baden-Württemberg.