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    Strateg. Investorensuche

    QUQON↓Sanders-Kauffmann

    2021·Online-Vermarkter für Matratzen & Schlafzubehör

    Ausgangslage

    „Mich hat der One-size-fits-all-Ansatz der Mitbewerber geärgert“, sagte Markus Hössinger 2019 über den Anlass für QUQON. Der St. Pöltner aus einer Unternehmerfamilie gründete die Marke 2017 und verkaufte Matratzen online über einen Konfigurator: Länge, Breite, Härtegrad und Liegezonen richten sich nach Gewicht, Größe und Schlafposition, bei Doppelbetten für beide Seiten getrennt. Produziert wurde in Österreich; Decken, Kissen und Bettwäsche ergänzten das Sortiment. Nach eineinhalb Jahren waren laut Hössinger mehr als 1.000 Matratzen verkauft. Der Markt war in Bewegung. Der internationale Hype um Matratzen-Start-ups hatte sich abgekühlt, in Deutschland war mit Muun ein Anbieter in die Insolvenz gegangen. Hössinger suchte einen strategischen Investor, mit dem er weiter wachsen und seinen unternehmerischen Spielraum erweitern konnte.

    Prozess

    Als exklusiver Berater übernahm IGCP für Hössinger Strukturierung und Abwicklung der strategischen Investorensuche. Für eine Direktmarke dieser Größe hängt viel an Beschaffung und Fertigung. Ein Partner aus der Bettwarenindustrie kann Materialkompetenz, Produktionskapazität und Handelskontakte einbringen, die ein Online-Anbieter allein nur langsam aufbaut. Der spätere Partner hatte zudem öffentlich erklärt, organisch wie anorganisch wachsen zu wollen, ausdrücklich auch über strategische Beteiligungen an passenden Unternehmen. QUQON wiederum brachte etwas mit, das einem Hersteller oft fehlt: direkten Zugang zu Endkunden über einen eigenen Onlineshop.

    Ergebnis

    Ende 2021 stieg die Sanders-Kauffmann GmbH aus dem niedersächsischen Bramsche als strategischer Partner bei QUQON ein. Das Unternehmen vereint Sanders (gegründet 1885) und die seit 1823 bestehende Marke Kauffmann, veredelt daunendichte Gewebe, bereitet Daunen und Federn auf und ist nach eigenen Angaben mit rund 700 Mitarbeitern in über 40 Ländern vertreten. Hinter Sanders-Kauffmann stand laut einer Unternehmensmitteilung von 2020 die österreichische Austro Holding. Nach Angaben von QUQON kamen 2022 Daunendecken und -kissen hinzu, gefertigt in einem deutschen Traditionsbetrieb. 2025 bezog die Marke ein Büro mit Schauraum in Krems an der Donau; im August 2026 feierte sie ihr neunjähriges Bestehen – mit Hössinger als Gründer an der Spitze.

    Was der Fall zeigt

    Der strategische Partner einer jungen Direktmarke kann aus einer ganz anderen Unternehmenswelt stammen. Bei QUQON trafen ein Bettwarenhersteller mit über 200 Jahren Markengeschichte und ein Online-Konfigurator aus St. Pölten aufeinander. Tragfähig wird eine solche Verbindung, wenn jede Seite etwas einbringt, das der anderen fehlt – hier Material- und Fertigungskompetenz auf der einen, Endkundenzugang und Produktideen auf der anderen. Bemerkenswert ist, dass die Marke nach dem Einstieg eigenständig blieb und weiterhin von ihrem Gründer geführt wird. Für Gründer einer Konsumentenmarke lohnt daher der Blick in die eigene Lieferkette: Ein Partner von dort kann mehr bewirken als ein reiner Finanzinvestor.

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