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    immosuchmaschine.at (immosuma GmbH)↓ImmobilienScout24 / Scout24-Gruppe

    2020·Vertikale Immobiliensuchmaschine

    Ausgangslage

    Gernot Singer, gebürtiger Kärntner und früher unter anderem bei Ericsson tätig, startete immosuchmaschine.at im Jahr 2010. Die Plattform arbeitet als Meta-Suchmaschine: Sie bündelt Immobilienangebote zahlreicher Portale und Kleinanzeigen-Seiten und gibt Suchenden so einen möglichst vollständigen Überblick über den Markt. Den Portalen führt sie Besucher zu, Scout24 bezog auf diesem Weg seit Längerem Traffic auf Klickbasis. In Österreich erreichte immosuchmaschine.at rund 600.000 Besucher im Monat, in Deutschland verzeichnete immosuchmaschine.de über 1,1 Millionen Visits. Singer baute das Geschäft weitgehend allein auf, zunächst als Einzelunternehmer, ab 2016 als immosuma GmbH. Er selbst sprach von einer „erweiterten One-Man-Show“, nach eigener Aussage hochprofitabel. Offen war, wer ein solches Geschäft langfristig weiterführen sollte.

    Prozess

    Beim Verkauf der immosuma GmbH hatte IGCP das exklusive Mandat. Die Begleitung reichte von der strategischen Positionierung über die Investorensuche bis zur operativen Übernahme und zur abschließenden Verschmelzung mit ImmobilienScout24. Für eine Suchmaschine, die von der Weiterleitung auf Portale lebt, sind deren Betreiber die naheliegendsten Käufer: Sie kennen den Wert jedes weitergeleiteten Besuchers aus der eigenen Abrechnung. Dazu kommt ein Vertrauensvorsprung aus der bisherigen Zusammenarbeit. Singer formulierte es so: Mit der Scout24-Gruppe habe man „einen unserer langjährigsten und engsten Partner als Käufer gewinnen“ können.

    Ergebnis

    Käuferin der immosuma GmbH wurde die Münchner Scout24-Gruppe. Auf dem österreichischen Markt betreibt sie neben ImmobilienScout24.at auch Immobilien.net und immodirekt.at; gemeinsam mit immosuchmaschine.at kam dieses Netzwerk laut Scout24 auf rund 3,5 Millionen Besuche im Monat. Auf die Übernahme folgten die operative Integration und schließlich die Firmenverschmelzung mit ImmobilienScout24. Marke und Domain immosuchmaschine.at blieben ebenso erhalten wie immosuchmaschine.de. Singer blieb nach dem Verkauf noch ein Jahr Geschäftsführer und anschließend in der Kunden- und Partnerbetreuung an Bord. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart; Singer sagte dazu nur: „Ich bin jedenfalls schwer zufrieden.“

    Was der Fall zeigt

    immosuchmaschine zeigt, dass auch ein sehr schlank aufgestelltes Unternehmen einen strategischen Käufer findet, wenn sein Wert in seiner Funktion im Markt liegt und nicht in Personal oder Anlagen. Ihr Geschäft bestand darin, Suchende an Portale weiterzuleiten; für einen dieser Portalbetreiber war die Kontrolle über diesen Zustrom unmittelbar etwas wert. Eigentümer ähnlicher Geschäftsmodelle sollten ihre Geschäftspartner deshalb nicht nur als Kunden sehen, sondern auch als mögliche Erwerber. Gleichzeitig zeigt der Fall, was eine One-Man-Show beim Verkauf verlangt: Wissen und Beziehungen stecken in einer Person. Dass Singer nach dem Verkauf als Geschäftsführer und später in der Partnerbetreuung blieb, hielt dieses Wissen im Unternehmen.

    Auch Ihr Unternehmen könnte das nächste Kapitel schreiben.