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    Strateg. Partnerschaft

    Gate to the Games GmbH↓SIMBA-DICKIE-GROUP

    2023·TCG E-Commerce · Kapitalerhöhung

    Ausgangslage

    Mit dem Handel von Sammelkarten begann Markus Schwarze schon als Schüler. 2008 gründete er gemeinsam mit seiner Mutter Ingrid Gate to the Games, zunächst im Kinderzimmer. Daraus wurde ein Online-Shop für Trading Card Games: Pokémon, Yu-Gi-Oh!, Magic: The Gathering, Dragonball, Digimon und weitere Spiele, als Einzelkarten ebenso wie Booster, Displays und Zubehör. Das Wachstum lässt sich an den Standorten ablesen: 2015 erste Büroräume in Biederitz, 2017 der Umzug nach Schönebeck, 2021 eine eigene Lagerhalle mit Bürogebäude in Osterweddingen (Sülzetal), damals mit knapp 30 Mitarbeitenden. Schwarze selbst sagte 2019, man gehöre „ganz klar zu den Größten in Deutschland“. Mit Sortiment, Events für die Spieler-Community und neuen Projekten wuchsen die Anforderungen an die Finanzierung. Die Frage lautete: Woher kommt Wachstumskapital, ohne dass der Gründer die Führung abgibt?

    Prozess

    IGCP war exklusiver Berater bei dieser strategischen Kapitalpartnerschaft und identifizierte mit der SIMBA-DICKIE-GROUP einen Investor, der die Vision und den unternehmerischen Kurs des Gründers mitträgt. Dass am Ende ein Spielwarenkonzern und kein reiner Finanzinvestor stand, hat eine eigene Logik. Sammelkarten gehören zum Spielwarenmarkt, mit eigenen Lieferketten, Lizenzen und Händlerbeziehungen. Ein Partner aus dieser Branche kann Beschaffung, Handelserfahrung und Markenkenntnis beisteuern. Die gewählte Form, eine Kapitalerhöhung statt eines Anteilsverkaufs, führt das Geld dem Unternehmen selbst zu und lässt die operative Verantwortung beim Gründer.

    Ergebnis

    Die SIMBA-DICKIE-GROUP aus Fürth wurde 1982 von Fritz und Michael Sieber gegründet und ist bis heute in Familienbesitz. Zu ihr gehören Marken wie Simba, Dickie Toys, Smoby, BIG, Majorette und Märklin; 2024 lag der Umsatz bei rund 712 Mio. Euro. 2023 beteiligte sich die Gruppe mit einem substanziellen siebenstelligen Investment im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Das Handelsregister weist für September und Oktober 2023 Erhöhungen des Stammkapitals aus und führt die SIMBA-DICKIE-GROUP GmbH sowie die Sieber Holding als Gesellschafter. Markus Schwarze blieb Geschäftsführer. 2024 brachte Gate to the Games mit „Neverrift“ ein eigenes Spiel über Kickstarter an den Start; die Kampagne sammelte rund 235.000 Euro bei einem Ziel von 25.000 Euro.

    Was der Fall zeigt

    Gate to the Games zeigt, dass Wachstumskapital nicht zwingend bedeutet, dass der Gründer Anteile verkauft. Hier hat ein Gründerbetrieb aus Mutter und Sohn einen familiengeführten Branchenkonzern über eine Kapitalerhöhung an Bord geholt: Das Geld fließt in das Unternehmen, der Gründer bleibt am Steuer. Für Händler in spezialisierten Nischen lohnt deshalb der Blick über Finanzinvestoren hinaus. Hersteller und Konzerne der angrenzenden Wertschöpfungskette kennen den Markt, die Lieferanten und die Kundschaft – und können ein strategisches Interesse an einem direkten Zugang zu einer aktiven Sammler- und Spielergemeinschaft haben. Wer einen solchen Partner sucht, sollte vorab klären, welche Rolle der Investor im Tagesgeschäft übernehmen soll und welche nicht.

    Auch Ihr Unternehmen könnte das nächste Kapitel schreiben.