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    Strateg. Partnerschaft

    Fynup.at↓Compass Gruppe

    2019·Vergleichsportal für Finanzprodukte

    Ausgangslage

    fynup ging 2016 als derrechner.at an den Start. Wolfgang Staudinger, Michael Spacil und Franz Flotzinger – Letzterer hatte zuvor seine Immobilienplattform immmo.at verkauft – wollten Spar- und Veranlagungsprodukte wie Fonds, ETFs, Depots und Lebensversicherungen vergleichbar machen. Ihr Rechner stellt die Entwicklung eines Produkts über die Laufzeit grafisch dar, weist versteckte Nebenkosten aus und zeigt, wann der Break-even erreicht und ob die Inflation geschlagen wird. Anfangs nutzten vor allem freie Finanzberater das Werkzeug gegen eine Monatsgebühr; ein Angebot für Endkonsumenten und White-Label-Lösungen für Banken und Versicherungen waren geplant. Etablierte Medien- und Verlagshäuser wollten zu dieser Zeit verstärkt in das Digitalgeschäft investieren. Die Gründungspartner nutzten dies, um strategische Partnergespräche zu führen.

    Prozess

    IGCP war exklusiver Berater der strategischen Partnersuche und hat den Prozess strukturiert und begleitet. In dieser Phase ging es weniger um eine Übernahme als um einen ersten Gesellschafter, der Glaubwürdigkeit und Zugang mitbringt, ohne die Unabhängigkeit eines Vergleichsangebots in Frage zu stellen. Ein Anbieter von Wirtschafts- und Firmeninformationen erfüllt beides: Er kennt Datenprodukte, ist in der österreichischen Wirtschaft vernetzt und vertreibt selbst weder Fonds noch Versicherungen. Dass hinter der Compass-Gruppe zugleich erfahrene Business Angels stehen, passte zu einem Unternehmen, das seine Plattform erst noch zu den Endkunden bringen wollte.

    Ergebnis

    Im September 2019 gab fynup die Compass-Gruppe als ersten Investor bekannt; sie beteiligte sich mit rund 6,8 Prozent an der fynup GmbH. Die Gruppe geht auf den 1867 in Wien gegründeten Compass-Verlag zurück, gehört seit 1977 der Familie Futter und ist heute ein Anbieter von Wirtschafts- und Firmeninformationen, der seit 2009 auch Start-ups finanziert. Hinter ihr stehen unter anderem die Business Angels Hermann und Nikolaus Futter. 2022 kamen mit Georg und Josef Konrad, zwei frühen Bitpanda-Investoren, weitere Gesellschafter hinzu; die Compass-Gruppe blieb an Bord. fynup startete 2021 ein eigenes Kundenportal und berät heute provisionsfrei gegen Honorar.

    Was der Fall zeigt

    Nicht jede strategische Partnerschaft ist ein Verkauf. Bei fynup ging es um eine Minderheitsbeteiligung, die einem jungen Fintech einen etablierten Namen in den Gesellschafterkreis brachte. Für ein Vergleichsportal ist die Partnerwahl heikler als für viele andere Geschäftsmodelle: Ein Gesellschafter aus dem Kreis der Produktanbieter könnte die Glaubwürdigkeit jedes Vergleichs beschädigen. Gründer in ähnlicher Lage sollten beim ersten externen Gesellschafter deshalb nicht nur auf die Bewertung achten, sondern auch darauf, welches Signal sein Name an Kunden und Partner sendet – und ob spätere Finanzierungsrunden darauf aufbauen können. Bei fynup war das 2022 der Fall.

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