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    Strateg. Investorensuche

    Agrarzone.at (Rehrl Handels GmbH)↓Austro Holding

    2022·E-Commerce für Agrar- & Zoobedarf

    Ausgangslage

    Die Geschichte von Agrarzone beginnt nach Unternehmensangaben 1996 mit „Schnauzerl“, einem Geschäft für Tierzubehör. 2005 ging schnauzerl.com online, 2014 kam Reitsportbedarf dazu. 2016 gründete Bernhard Rehrl die GmbH, die bis heute das Geschäft trägt. 2019 folgten der Agrar-Onlineshop Agrarzone mit .at-, .de- und .com-Domain, die Umbenennung in Rehrl Handels GmbH und ein neues Büro in Lengau in Oberösterreich. Ein Jahr später kamen Shops für Frankreich und Italien hinzu. Das Sortiment reicht von Futtermitteln aus Österreich über Nutztier- und Stallbedarf bis zu Reitsport- und Heimtierprodukten. Aus einem Familienbetrieb war damit ein E-Commerce-Unternehmen mit wachsender europäischer Reichweite geworden. Für den weiteren Ausbau stellte sich die Frage nach einem Partner, der Kapital und Erfahrung einbringt, ohne das inhabergeführte Modell aufzulösen.

    Prozess

    Die Rolle des exklusiven M&A-Beraters lag bei IGCP; sie umfasste die Vorbereitung, die gezielte Partnersuche und die Strukturierung der Transaktion. Ziel war ein Partner mit langfristigem unternehmerischem Denken und Erfahrung im Handelsumfeld des DACH-Raums. Zu einem inhabergeführten Onlinehändler mit Wurzeln in der Landwirtschaft passt ein Investor mit festem Ausstiegshorizont nur bedingt. Näher liegt eine Beteiligungsholding, die mittelständische Unternehmen dauerhaft hält und selbst Firmen aus Landtechnik und Lebensmittelherstellung im Portfolio hat, deren Märkte das Geschäft eines Agrarhändlers berühren. Genau dieses Profil hat der spätere Partner.

    Ergebnis

    2022 stieg die Austro Holding über ihre Subholding AH & Capital Partners GmbH mit einem substanziellen Wachstumsinvestment bei der Rehrl Handels GmbH ein. Die 2010 gegründete Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Wien konzentriert sich nach eigenen Angaben auf mittelständische, überwiegend österreichische Unternehmen und deren langfristige Entwicklung. Zu ihren Beteiligungen zählen unter anderem Ankerbrot, Bene, Gaulhofer, Lohberger und die Austro LBK mit Deutz-Fahr und JCB; Agrarzone gehört dort zur Sparte Food and Farming. Bernhard Rehrl führt das Unternehmen weiter. Im Jahr des Einstiegs kamen Shops in Schweden, Ungarn und Rumänien hinzu. Heute nennt Agrarzone ein Lager mit 2.500 m², mehr als 700 Marken im Sortiment und über 1.000 Bestellungen pro Tag.

    Was der Fall zeigt

    Agrarzone zeigt, wie ein Familienbetrieb mit fast drei Jahrzehnten Vorgeschichte einen Partner aufnehmen kann, ohne die Führung abzugeben. Maßgeblich ist dabei weniger die Größe eines Investors als sein Anlagehorizont und sein Umfeld. Eine Holding, die Beteiligungen auf Dauer hält und bereits Unternehmen mit landwirtschaftlicher Kundschaft führt, bringt einen anderen Blick mit als ein reiner E-Commerce-Investor. Für Eigentümer von Onlinehändlern in Spezialmärkten heißt das: Der Kreis möglicher Partner ist größer, als es die eigene Branche nahelegt. Beteiligungsholdings mit Bezug zur Zielgruppe können die passendere Wahl sein, wenn Wachstum mit dem bestehenden Management das Ziel ist und kein Weiterverkauf nach wenigen Jahren.

    Auch Ihr Unternehmen könnte das nächste Kapitel schreiben.