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    Was ist mein Unternehmen wert? Bewertungsmethoden im Überblick

    IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

    Was ist mein Unternehmen wert? Bewertungsmethoden im Überblick

    Substanzwert, Ertragswert/DCF und Multiplikator: drei Logiken, mit denen Sie den Wert Ihres Unternehmens einordnen — und warum der Preis in der Verhandlung entsteht.

    „Was ist mein Unternehmen wert?" Auf diese Frage gibt es keine einzige richtige Zahl. Geben Sie dasselbe Unternehmen drei Bewertern, und Sie bekommen drei Zahlen.

    Das ist kein Fehler im System. Die gängigen Methoden stellen unterschiedliche Fragen. Die eine fragt, was das Unternehmen besitzt. Die andere, was es verdient. Die dritte, was der Markt für Vergleichbares zahlt.

    Wer den Wert seines Unternehmens verstehen will, sollte alle drei Logiken kennen — und wissen, wo jede an ihre Grenze stößt.

    Was ist der Substanzwert?

    Der Substanzwert summiert, was im Unternehmen steckt — Maschinen, Gebäude, Vorräte, Forderungen, abzüglich der Schulden. Er ergibt eine nachvollziehbare Untergrenze und ist vor allem bei anlagenintensiven Betrieben relevant. Seine Schwäche: Er bewertet das Inventar, nicht die Ertragskraft, und ignoriert damit die Zukunft.

    Bei anlagenintensiven Betrieben, etwa in der Produktion oder im Immobilienbereich, zeigt diese Zahl, was bliebe, wenn man das Unternehmen heute zerlegen würde. Ein Softwareunternehmen mit wenig Anlagevermögen, aber stabilen wiederkehrenden Umsätzen wäre nach Substanzwert fast nichts wert — und genau deshalb taugt die Methode für solche Fälle nicht.

    Wie funktionieren Ertragswert und DCF?

    Ertragswertverfahren und das international übliche Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF) schätzen die künftigen Überschüsse des Unternehmens und zinsen sie auf den heutigen Wert ab — mit einem Zinssatz, der das Risiko abbildet. Sie bewerten also die Zukunft, nicht den Bestand. Das macht sie theoretisch am saubersten.

    Ein sicherer Euro in fünf Jahren ist heute weniger wert als ein Euro in der Kasse. Diese Verfahren sind auch die Grundlage formeller Gutachten, etwa nach dem Standard IDW S1. Ihre Schwäche liegt in den Annahmen: Das Ergebnis hängt vollständig von der Prognose und vom gewählten Zinssatz ab, und kleine Änderungen beim Abzinsungssatz verschieben es erheblich. Wie sich die beiden Verfahren unterscheiden, zeigt „Ertragswertverfahren vs. DCF".

    Was ist das Multiplikatorverfahren?

    Das Multiplikatorverfahren leitet den Wert aus dem Markt ab: Es multipliziert eine Kennzahl — meist das EBITDA — mit einem branchenüblichen Faktor aus vergleichbaren Transaktionen. Es ist marktnah und schnell und zeigt die realistische Größenordnung, liefert aber nur einen Durchschnitt fremder Deals, keinen Einzelwert.

    Im DACH-Raum liegen diese Faktoren je nach Branche und Quelle grob zwischen dem Vier- und Achtfachen, in wachstumsstarken Segmenten wie Software deutlich höher. Aktuelle Bandbreiten veröffentlichen etwa die KPMG-Multiplikatoren und die monatlichen FINANCE-Multiples; wo Ihre Branche steht, ordnet „EBITDA-Multiple nach Branche" ein. Ob Sie am oberen oder unteren Rand landen, entscheiden Werttreiber wie wiederkehrende Umsätze, Wachstum und die Frage, wie stark das Geschäft von Ihnen als Person abhängt.

    Warum zählen in der Praxis alle drei Methoden?

    Kein seriöser Prozess verlässt sich auf eine Methode: Der Substanzwert markiert den Boden, Ertragswert oder DCF den inneren Wert aus der Ertragskraft, das Multiplikatorverfahren erdet das Ganze am Marktpreis. Liegen die drei Ergebnisse weit auseinander, ist das kein Widerspruch, sondern ein Hinweis — meist auf eine Annahme, die geprüft gehört.

    In der Praxis nähert man sich dem Wert also von mehreren Seiten und prüft, ob die Ergebnisse zusammenpassen. Ein EBITDA-Multiple ist dabei ein Reality-Check, kein Preisschild.

    Was kann keine Bewertungsmethode?

    Keine Methode berechnet den Preis — nur einen Wert. Der Preis entsteht erst, wenn ein konkreter Käufer einen konkreten Grund hat, mehr zu zahlen als der nächste: weil Ihr Unternehmen eine Lücke in seinem Portfolio schließt, einen Markt öffnet oder ein Team mitbringt, das er sonst nicht bekommt. Diesen strategischen Aufschlag bildet keine Formel ab.

    Deshalb ist eine Bewertung der Startpunkt eines Prozesses, nicht sein Ergebnis. Sie sagt Ihnen, ob die Vorstellung eines Käufers realistisch ist. Welcher Käufertyp den Aufschlag eher zahlt, ordnet „Strategischer Käufer oder Finanzinvestor?" ein. Den Preis bestimmt am Ende die Verhandlung — und ein Käufer, der zahlen will.

    Der echte Wert entsteht in der Verhandlung, nicht in der Formel. Für eine realistische, unabhängige Einordnung: IGCP Capital Partners. → igcp.at

    Häufige Fragen

    Welche Bewertungsmethode ist die richtige?

    Es gibt nicht die eine richtige Methode — es kommt auf das Unternehmen an. Anlagenintensive Betriebe brauchen den Substanzwert als Untergrenze, ertragsstarke Dienstleister werden über Ertragswert oder DCF und Multiples bewertet. In der Praxis kombiniert man die Verfahren und prüft, ob die Ergebnisse plausibel zueinander passen.

    Was ist der Unterschied zwischen EBIT- und EBITDA-Multiple?

    Das EBITDA-Multiple bezieht sich auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBIT-Multiple auf das Ergebnis nach Abschreibungen. Weil das EBIT niedriger ist als das EBITDA, sind EBIT-Multiples für dasselbe Unternehmen höher. Wichtig ist, Multiple und Bezugsgröße nie zu vermischen.

    Kann ich meinen Unternehmenswert mit einem Online-Rechner ermitteln?

    Ein Online-Rechner liefert eine grobe Orientierung, mehr nicht. Er kennt weder die Qualität Ihrer Umsätze noch Ihre Abhängigkeit als Inhaber noch das aktuelle Käuferinteresse in Ihrer Branche. Die Scheingenauigkeit einer Sofort-Zahl ersetzt keine fundierte, marktnahe Einordnung.

    Wann sollte ich über eine Bewertung nachdenken?

    Idealerweise bevor konkrete Gespräche anstehen — eine Bewertung ist der nüchterne Startpunkt jeder Nachfolge- oder Verkaufsüberlegung. Mehr dazu, wann der richtige Zeitpunkt ist, lesen Sie in „Wann ist der richtige Zeitpunkt für Nachfolge oder Verkauf?". Welche Stellschrauben den Wert vor dem Verkauf erhöhen, zeigt „Unternehmenswert steigern".

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    Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde von IGCP Capital Partners auf Basis eigener Transaktionserfahrung erstellt. Bei Recherche und Ausarbeitung kommen auch KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz; alle Inhalte werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft.