Firmenmakler: Warum ein Unternehmensverkauf kein Maklergeschäft ist
IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Firmenmakler klingt nach Immobilienmakler — der Vergleich führt in die Irre. Warum ein M&A-Prozess wesentlich aufwändiger ist als die Vermittlung einer Immobilie.
Ein Firmenmakler — auch Unternehmensmakler genannt — vermittelt Unternehmen zwischen Verkäufer und Käufer. Der Begriff lehnt sich an den Immobilienmakler an, und genau dieser Vergleich führt in die Irre: Ein Unternehmensverkauf ist kein Vermittlungsgeschäft, sondern ein mehrmonatiger Prozess aus Bewertung, vertraulicher Käufersuche, Due Diligence und Vertragsverhandlung.
Weiterführend zu diesem Thema: Unternehmensnachfolge, M&A Berater Wien.
Den vollständigen Prozess und unsere Rolle darin beschreibt Unternehmen verkaufen.
Wer mit der Erwartung „Inserat, Besichtigung, Notartermin" in den Verkauf seines Lebenswerks geht, unterschätzt jede einzelne Phase. Der Bedarf ist trotzdem real: Laut KfW Nachfolge-Monitoring 2025 streben allein in Deutschland bis Ende 2029 rund 545.000 Inhaber eine Nachfolge an — die meisten davon zum ersten und einzigen Mal.
Was macht ein Firmenmakler?
Im Kern das, was ein seriöser M&A-Berater tut: das Unternehmen bewerten, Verkaufsunterlagen erstellen, diskret passende Käufer ansprechen, Verhandlungen führen und den Abschluss begleiten. Die Begriffe „Firmenmakler", „Unternehmensmakler" und „M&A-Berater" bezeichnen dasselbe Feld — mit einem Unterschied im Anspruch: „Makler" betont die Vermittlung, „Berater" den geführten Prozess. Bei kleinen Gewerbebetrieben (Gastronomie, Handel) arbeiten manche Anbieter tatsächlich maklerartig mit Inseraten und Interessentenlisten. Ab nennenswerter Unternehmensgröße trägt dieses Modell nicht mehr.
Warum ist ein Unternehmensverkauf aufwändiger als ein Immobilienverkauf?
Weil das Objekt lebt — und weil niemand davon wissen darf.
| Immobilienverkauf | Unternehmensverkauf (M&A) | |
|---|---|---|
| Preisfindung | Vergleichswerte, Lage, Quadratmeter | Bewertung aus Ertrag, Substanz, Marktvergleich — plus Verhandlung |
| Vermarktung | Öffentliches Inserat, je mehr Sichtbarkeit, desto besser | Streng vertraulich, anonymisierte Ansprache ausgewählter Käufer |
| Prüfung | Besichtigung, Gutachten in Tagen | Due Diligence über Wochen: Finanzen, Recht, Steuern, Personal |
| Vertrag | Weitgehend standardisierter Kaufvertrag | Individuell verhandelter Kaufvertrag mit Garantien, Earn-out, Wettbewerbsverbot |
| Käufer | Zahlt und übernimmt | Muss Führung, Finanzierung und Fortführung stemmen |
| Dauer | Wochen bis wenige Monate | Typischerweise 3–12 Monate, Vorbereitung eingerechnet (Praxiseinschätzung von IGCP, keine Statistik) |
Drei Unterschiede wiegen am schwersten.
Erstens die Vertraulichkeit. Eine Immobilie verkauft sich über Sichtbarkeit; ein Unternehmen kann an Sichtbarkeit zerbrechen. Wird ein Verkauf zu früh bekannt, verunsichert das Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten — der Wert sinkt, bevor der erste Käufer am Tisch sitzt.
Zweitens der Preis. Es gibt keinen Quadratmeterpreis für Unternehmen. Der Wert hängt an Ertragskraft, Inhaberabhängigkeit, Kundenstruktur — und der echte Preis entsteht in der Verhandlung, nicht in der Formel. Eine Orientierung gibt Was ist mein Unternehmen wert?
Drittens die Prüfung. Kein Käufer zahlt einen sechs- oder siebenstelligen Betrag nach einer Besichtigung. Die Due Diligence durchleuchtet Zahlen, Verträge und Risiken über Wochen — und scheitert der Prozess hier, liegt es fast immer an schlechter Vorbereitung, nicht am Unternehmen.
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An denselben Kriterien wie bei jedem M&A-Berater: Transaktionserfahrung in Ihrer Größenklasse, belegbarer Käuferzugang, transparentes Honorar, benannte Verantwortliche und gelebte Diskretion. Die vollständige Kriterienliste samt Red Flags steht im Beitrag M&A-Berater auswählen; die Honorarmodelle erklärt Was kostet ein M&A-Berater?
Vorsicht ist bei Anbietern geboten, die das Maklermodell auf größere Unternehmen übertragen: Massenversand von Firmenprofilen ohne Vertraulichkeitsvereinbarung, Inserate mit erkennbaren Details, hohe Vorabpauschalen ohne definierte Leistung. Ein Unternehmen ist kein Objekt, das man „listet".
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Firmenmakler und M&A-Berater?
Die Begriffe bezeichnen dasselbe Tätigkeitsfeld. „Firmenmakler" wird eher bei kleinen Gewerbebetrieben verwendet und betont die Vermittlung; „M&A-Berater" steht für den strukturierten, vertraulich geführten Verkaufsprozess. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern Arbeitsweise, Referenzen und Diskretion des Anbieters.
Was kostet ein Firmenmakler?
Üblich sind eine Erfolgsprovision von einigen Prozent des Kaufpreises und je nach Anbieter ein monatlicher Retainer. Seriöse Anbieter legen die Struktur schriftlich offen. Vorsicht bei hohen Vorabpauschalen ohne definierte Gegenleistung.
Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf über einen Firmenmakler?
Nach Einschätzung von IGCP dauert ein Unternehmensverkauf typischerweise 3 bis 12 Monate, die Vorbereitung eingerechnet — deutlich länger als bei einer Immobilie (Praxiseinschätzung, keine Statistik, keine Garantie).
Welche Erfahrung hinter IGCP steht, ist im Track Record offengelegt.
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