Wie Betrieb und Übernehmer zueinander finden
IGCP Capital Partners · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

„Nachfolger gesucht" wird zum Regelfall. Wo die Angebote stehen, warum Inserate scheitern und worauf Übergeber und Übernehmer achten müssen.
„Nachfolger gesucht" ist im DACH-Raum längst kein Einzelinserat mehr, sondern ein Massenphänomen: Hunderttausende Inhaber denken über eine Übergabe nach — und finden einen Übernehmer nur, wenn Übergeber und Übernehmer auf denselben Kanälen aufeinandertreffen und beide Seiten wissen, worauf sie achten müssen.
Weiterführend zu diesem Thema: Unternehmensnachfolge Österreich, Nachfolgebörse.
Die strukturierte Suche nach einem Nachfolger ist unsere Kernleistung: Unternehmensnachfolge. Für den deutschen Markt finden Sie die Übersicht unter Unternehmensnachfolge in Deutschland.
Wie viele Unternehmen suchen einen Nachfolger?
Nach dem KfW-Nachfolge-Monitoring 2025 streben in Deutschland bis Ende 2029 rund 545.000 Unternehmen eine Nachfolge an — 14 Prozent aller KMU, rechnerisch etwa 109.000 pro Jahr. Zugleich erwägen 25 Prozent der Unternehmen eine Stilllegung ohne Nachfolgelösung, hochgerechnet rund 569.000 bis Ende 2029. Die Zahlen stammen aus dem KfW-Mittelstandspanel (13.079 befragte KMU, Erhebung Februar bis Juni 2025).
| Kennzahl (Deutschland, KfW-Nachfolge-Monitoring 2025) | Wert |
|---|---|
| Unternehmen mit Nachfolgeabsicht bis Ende 2029 | rund 545.000 (14 % der KMU) |
| Unternehmen mit Stilllegungsplänen bis Ende 2029 | rund 569.000 |
| Mittelständler mit Nachfolgegedanken 2025 | 32 % (2024: 33 %) |
| Nachfolgeplaner, die schon einen Nachfolger gefunden haben | 26 % (14 % abgeschlossene, 12 % laufende Verhandlungen) |
| Nachfolgeplaner ohne konkrete Person | 74 % |
| Größte Hürde: geeignete Kandidaten finden | 69 % nennen sie |
| Durchschnittsalter der Inhaber mit Übergabe bis Ende 2026 | 66,5 Jahre |
In Österreich ist das Bild ähnlich, aber kleinteiliger. Die WKO zählte 2025 8.202 Betriebsübernahmen (2024: 7.792) und nennt für 2020 bis 2029 einen Bedarf von 51.500 Betrieben, die einen Nachfolger brauchen. Wie belastbar solche Zahlen sind, welche Erhebungen dahinterstehen und warum sie voneinander abweichen, ordnet die Statistik zur Unternehmensnachfolge in Deutschland ein. „Nachfolger gesucht" ist damit kein Nischenthema, sondern die Ausgangslage einer ganzen Unternehmergeneration.
Dieser Beitrag betrachtet beide Seiten des Markts: den Inhaber, der einen Nachfolger sucht, und den Übernehmer, der ein Unternehmen sucht. Wer den Suchprozess Schritt für Schritt aus Inhabersicht plant, findet ihn in Nachfolgersuche.
Warum wird „Nachfolger gesucht" zum Regelfall?
Der Grund ist demografisch und strukturell. Laut KfW sind 57 Prozent der mittelständischen Inhaber 55 Jahre oder älter, das Durchschnittsalter liegt knapp über 54 Jahren; vor 20 Jahren (2003) waren erst 20 Prozent über 55. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Übernahmegründer: 2024 waren nur 17 Prozent der Existenzgründungen Übernahmen. Die KfW beziffert den Anteil der Übernahmegründer als gegenüber 2002 mehr als halbiert.
Das verschiebt die Machtverhältnisse: Nicht der Übernehmer bewirbt sich um den Betrieb, sondern zunehmend der Betrieb um den Übernehmer. Als Gründe für eine geplante Stilllegung nennen die Betroffenen laut KfW das Rentenalter (52 Prozent), fehlendes Interesse in der Familie (47 Prozent) und den Bürokratieaufwand (42 Prozent; Mehrfachnennungen).
Für Inhaber heißt das zweierlei. Die Suche kann lange dauern — wie lange, hängt von Branche, Größe und Übergabefähigkeit ab; eine belastbare DACH-weite Durchschnittsdauer haben wir nicht gefunden (nicht gemessen). Und ein übergabefähiger, sauber aufgestellter Betrieb hat einen echten Vorteil im Wettbewerb um die knappe Ressource Nachfolger. Wie ein Unternehmen übergabefähig wird, steht in Nachfolge vorbereiten.
Betrifft Sie dieses Thema selbst? IGCP begleitet Inhaber unabhängig — das Erstgespräch ist kostenfrei, unverbindlich und streng vertraulich.
Kostenloses Erstgespräch anfragen →Wo stehen „Nachfolger gesucht"-Angebote wirklich?
Die wichtigsten öffentlichen Börsen im DACH-Raum sind kostenlos und von Kammern getragen; daneben tragen Netzwerke und die direkte Ansprache oft mehr zum Erfolg bei als die Anzeige allein.
| Plattform | Raum | Träger / Zugang |
|---|---|---|
| nexxt-change | Deutschland | größte deutsche Unternehmensbörse, von KfW, Kammern und Verbänden getragen |
| WKO-Nachfolgebörse (nachfolgeboerse.at) | Österreich | kostenloses Service der Wirtschaftskammern, für Übergeber und Übernehmer; laut WKO-Factsheet über 1.000 aktive Inserate |
| Follow me | Steiermark | aktiv betreuter Nachfolge-Marktplatz der WKO Steiermark |
Auf diesen Börsen inserieren Übergeber ihr Angebot und Übernehmer ihr Gesuch, gefiltert nach Branche und Region. Wie diese Marktplätze im Detail funktionieren und wie Sie ein Inserat aufsetzen, zeigt Unternehmensbörse. Zur Vermittlungsquote einzelner Börsen haben wir keine veröffentlichten Zahlen gefunden (nicht gemessen). Wer den Betrieb vertraulich platzieren möchte, findet unsere eigene Nachfolgebörse.
Was bringen familieninterne und externe Lösungen?
Der Wunsch der Inhaber geht zuerst in die Familie, die Realität öfter nach außen. Nach der KfW favorisieren 55 Prozent der Nachfolgeplaner die familieninterne Übergabe, 42 Prozent erwägen einen Verkauf an Externe, 28 Prozent einen Mitarbeiter-Buy-out und 24 Prozent einen Management-Buy-out (Mehrfachnennungen möglich). Die Zahlen zeigen: Wer nur auf die Familie setzt, hat häufig keinen zweiten Plan. Für Inserate heißt das, dass neben externen Käufern auch Führungskräfte und Mitarbeiter als Zielgruppe mitgedacht werden sollten.
Für Übergeber: warum die meisten Inserate scheitern
Ein „Nachfolger gesucht"-Eintrag allein bringt selten den passenden Kandidaten. Vier Fehler wiederholen sich.
Zu spät: Wer erst mit dem gewünschten Ausstiegsdatum inseriert, verkauft unter Zeitdruck — die schlechteste Verhandlungsposition. Warum der Zeitpunkt der zentrale Werthebel ist, steht in Zeitpunkt der Nachfolge.
Zu offen oder zu anonym: Ein Inserat, das den Betrieb erkennbar macht, verunsichert Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Eines, das nichts verrät, weckt kein Interesse. Die Balance — genug Substanz, keine Identifizierbarkeit — entscheidet.
Nicht übergabefähig: Ein Betrieb, der nur mit seinem Inhaber funktioniert, schreckt jeden ernsthaften Übernehmer ab. Kein Inserat gleicht das aus.
Ohne Preisvorstellung: Wer keine begründete Spanne kennt, verhandelt am Ende über das Bauchgefühl. Nach der KfW liegen die Kaufpreisvorstellungen der Inhaber mit Übergabe bis 2029 im Durchschnitt bei 499.000 € und im Median bei 375.000 € — das sind Vorstellungen, keine gezahlten Preise. Eine fundierte Einordnung liefert eine Unternehmensbewertung vor dem Verkauf, eine erste Orientierung der Unternehmenswert-Rechner.
Für Übernehmer: ein Angebot richtig lesen
Auch die Käuferseite macht Fehler. Wer ein „Nachfolger gesucht"-Angebot prüft, sollte über die Branche und den Preis hinausschauen.
Prüfen Sie, ob der Betrieb von einer Person abhängt oder von Prozessen getragen wird. Fragen Sie nach der Ertragslage der letzten drei Jahre, nicht nur nach dem letzten guten Jahr. Klären Sie, ob der Inhaber zu einer Übergabephase bereit ist — ein gleitender Ausstieg sichert Kundenbeziehungen. Und rechnen Sie die Finanzierung durch, bevor Sie verhandeln; ob eine Übernahme statt Gründung für Sie passt, ordnet Betriebsnachfolge ein. Geht es um ein Lokal, einen Laden oder eine Werkstatt, klären Sie Mietvertrag und Ablöse vor dem Preis — die Reihenfolge erklärt der Beitrag Geschäftsübernahme: Mietvertrag, Ablöse und Mitarbeiter.
Die Finanzierung nennt die KfW bei 18 Prozent der Befragten als Hürde, die Einigung auf den Kaufpreis bei 30 Prozent — beides lässt sich vor dem ersten Gespräch klären.
Reicht eine Nachfolgebörse, um einen Nachfolger zu finden?
Für kleinere Betriebe oft ja, für substanzielle Unternehmen meist nicht allein. Eine öffentliche Börse ist ein guter Startpunkt, aber ein Marktplatz — offen, breit und wenig diskret. Die wirklich passenden Übernehmer, etwa strategische Käufer oder branchenerfahrene Investoren, suchen nicht in Inseraten. Sie werden gezielt und vertraulich angesprochen.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Anzeige und einem geführten Prozess: nicht viele Kontakte, sondern die richtigen Gespräche — kuratiert und ohne den Betrieb vorzeitig öffentlich zu machen. Welche Wege der Nachfolge grundsätzlich offenstehen, ordnet Nachfolger finden ein.
Häufige Fragen
Wo finde ich Unternehmen mit „Nachfolger gesucht"?
Auf den kostenlosen Kammer-Börsen: in Deutschland nexxt-change, in Österreich die WKO-Nachfolgebörse (nachfolgeboerse.at) und in der Steiermark „Follow me". Ergänzend über Steuerberater, Banken und Branchennetzwerke.
Wie viele Unternehmen in Deutschland suchen einen Nachfolger?
Laut KfW-Nachfolge-Monitoring 2025 wollen bis Ende 2029 rund 545.000 Unternehmen übergeben; 26 Prozent der Nachfolgeplaner haben bereits einen Nachfolger gefunden, 74 Prozent noch keine konkrete Person.
Kostet ein Inserat in der Nachfolgebörse etwas?
Nein. Die WKO-Nachfolgebörse ist ein kostenloses Service für Übergeber und Übernehmer, ebenso das deutsche nexxt-change. Kosten entstehen erst durch Beratung, Bewertung und die Transaktionsbegleitung.
Wie schreibe ich ein „Nachfolger gesucht"-Inserat, das funktioniert?
Genug Substanz zu Branche, Größe und Region, damit ernsthafte Interessenten sich melden — aber ohne den Betrieb identifizierbar zu machen. Und früh genug, um nicht unter Zeitdruck zu verhandeln.
Reicht eine Nachfolgebörse, um einen Nachfolger zu finden?
Für kleinere Betriebe oft ja. Bei substanziellen, übertragungswürdigen Unternehmen ist die kuratierte, vertrauliche Ansprache passender Übernehmer meist wirksamer als das öffentliche Inserat.
Die beste Nachfolge beginnt Jahre vor dem Closing. Sprechen Sie früh und vertraulich mit IGCP Capital Partners — unabhängig, diskret, auf Augenhöhe. → igcp.at
Passende Leistungen
Nachfolge regional begleitet
Nachfolgeprozesse laufen regional unterschiedlich — Käuferstruktur, Bewertungsniveau und Übergabepraxis unterscheiden sich von Standort zu Standort. Wir arbeiten unter anderem in:
Weitere Insights
- Nachfolge
Unternehmen an die Kinder schenken vor dem Erbschaftsteuer-Urteil: Optionen und Absicherung
Vorziehen, abwarten oder gar nicht schenken? Was für und gegen eine Schenkung vor dem BVerfG-Urteil spricht, wie groß das Rückwirkungsrisiko ist und welche Absicherungen es gibt.
- Nachfolge
Erbschaftsteuer vor dem Bundesverfassungsgericht: Was das Verfahren für Unternehmensnachfolger bedeutet
Am 12. und 13. Oktober 2026 verhandelt Karlsruhe über die Erbschaftsteuer – am zweiten Tag direkt über die Verschonung von Betriebsvermögen. Was auf dem Spiel steht, welche Ausgänge realistisch sind und was Inhaber bis zum Urteil sinnvoll tun.
- Nachfolge
Geschäftsübernahme: Mietvertrag, Ablöse, Inventar und Mitarbeiter — was Sie wirklich übernehmen
Wer ein Geschäft übernimmt, kauft Standort, Kundenstamm, Inventar und Personal — und alles, was der Vorgänger nicht geregelt hat. Was mit Mietvertrag, Ablöse und Mitarbeitern in Deutschland und Österreich übergeht, und was nicht.