Die Steuerberatung steht vor einer doppelten Zäsur: Eine große Berufsträgergeneration erreicht das Übergabealter, während Digitalisierung und Fachkräftemangel die Anforderungen an Kanzleien verändern. Gleichzeitig drängen neben klassischen Übernehmern zunehmend kanzleiübergreifende Gruppen und Investoren in den Markt — die Konsolidierung hat begonnen. Für Kanzleiinhaber heißt das: Der Käuferkreis ist so breit wie nie, aber Bewertung und Struktur der Übergabe wollen sauber geplant sein, denn in dieser Branche verkauft man vor allem eines — Mandantenvertrauen.
Wichtig: Das Berufsrecht setzt den Rahmen — Erwerber von Kanzleien bzw. Gesellschaftsanteilen müssen grundsätzlich Berufsträger sein bzw. berufsrechtlich zulässige Strukturen nutzen. Das schränkt den Käuferkreis formal ein, professionalisiert ihn aber auch.
In der Steuerberatung ist der Umsatzfaktor die etablierte Bewertungsgröße: Kanzleien werden typischerweise mit 80–130 % des nachhaltigen Jahresumsatzes bewertet (Quelle: Exit Coach / Branchenpraxis, Stand 2026); gut digitalisierte Kanzleien erreichen Faktoren von 1,1–1,4 (Quelle: Taxtify, 2026). Über das obere oder untere Ende entscheiden:
Üblich sind zudem Kaufpreismechanismen mit Mandantenbindung: Ein Teil des Kaufpreises wird an den tatsächlich übergeleiteten Umsatz nach ein bis zwei Jahren geknüpft. Eine seriöse Unternehmensbewertung ersetzt diese Orientierungswerte nicht — sie ergibt sich aus Mandantenstruktur, Zahlen und Käufersituation im Einzelfall.
Im Zentrum steht der Mandantenstamm: Umsatz je Mandat, Dauerberatungsquote, Fluktuation der letzten Jahre, Honorarniveau im Verhältnis zur StBVV bzw. zum Marktüblichen und Klumpenrisiken. Dazu kommen die Personalstruktur (Berufsträger, Bilanzbuchhalter, Fluktuation), die eingesetzte Software und der Digitalisierungsstand der Prozesse, offene Haftungsthemen sowie die Räumlichkeiten. Zentral ist der Übergabeplan: Wie werden Mandanten informiert und übergeleitet, wie lange bleibt der Abgebende an Bord, wie werden Schlüsselmitarbeiter gebunden? In Österreich gilt das Berufsrecht nach WTBG mit eigenen Befugnis- und Gesellschaftsregeln — strukturell gut lösbar, aber früh zu berücksichtigen.
IGCP Capital Partners ist seit über 15 Jahren als unabhängige M&A-Beratung tätig, hat mehr als 100 Transaktionen begleitet und führt einen Verkaufsprozess in der Regel in drei bis sechs Monaten. In der Kanzleinachfolge zählt Diskretion doppelt: Mandanten und Mitarbeiter dürfen erst zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Botschaft informiert werden.
Kanzleien in der Rechtsform der Steuerberatungsgesellschaft mbH übertragen ihre Anteile notariell — die Grundlagen dazu unter GmbH verkaufen.
Wenn Sie die Übergabe Ihrer Kanzlei durchdenken, führen wir das Erstgespräch vertraulich und unverbindlich.